Was ist eine MPC-Krypto-Wallet?

MPC-Wallets teilen private Schlüssel in mehrere Anteile, um Risiken zu reduzieren, sind aber meist weiter von der Infrastruktur

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Patrick Dike-Ndulue
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Zentrale Erkenntnisse

Der Artikel erklärt, dass MPC-Wallets (Multi-Party Computation) durch die Aufteilung privater Schlüssel in mehrere Anteile zwar fortschrittliche Sicherheit bieten und einzelne Schwachstellen vermeiden, die meisten Lösungen für Endnutzer aber weiterhin auf die Infrastruktur des Anbieters angewiesen sind – mit zusätzlicher Komplexität und Serverabhängigkeit. Für Nutzer, die eine einfache, sichere und unabhängige Aufbewahrung suchen, empfiehlt der Artikel Hardware-Wallets wie Tangem: Hier verlässt der private Schlüssel nie den zertifizierten Chip, und Backups erfolgen über physische Karten – für stärkere, benutzerfreundliche Sicherheit ohne die Kompromisse von MPC. MPC-Wallets eignen sich am besten für Unternehmen und Teams, während Tangems seedloses Hardware-Konzept für den Alltag empfohlen wird.


Keeping your private key safe is genuinely hard. Write it down and it gets lost. Store it digitally, and it gets hacked. Forget it entirely, and your funds are gone forever. MPC wallets were designed to solve exactly that problem. They're one of the more interesting pieces of technology in the crypto space right now, and understanding how they work will help you make smarter decisions about how you store your crypto.

In diesem Leitfaden erfährst du, was MPC-Wallets sind, wie sie technisch funktionieren, welche echten Vorteile sie bieten – und wo ihre Schwächen liegen. Außerdem wird erklärt, warum für die meisten Alltagsnutzer im Jahr 2026 eine Hardware-Wallet wie Tangem die bessere Sicherheit bietet: einfacher, stärker und wirklich benutzerfreundlich – ganz ohne die Kompromisse von MPC.

Das Wichtigste in Kürze

  • MPC-Wallets teilen deinen privaten Schlüssel in mehrere Teile auf, sodass niemals ein Gerät oder eine Person den vollständigen Schlüssel besitzt.
     
  • Dadurch entfällt das Problem des „Single Point of Failure“.
     
  • Die meisten MPC-Wallets für Endnutzer speichern einen Teil des Schlüssels auf dem Server des Anbieters – das schafft eine Abhängigkeit davon, dass das Unternehmen weiterhin erreichbar bleibt.
     
  • MPC-Wallets sind für Unternehmen und Institutionen sinnvoll, bringen für Privatanwender aber echte Kompromisse mit sich.
     

Kurz erklärt: Was ist ein privater Schlüssel?

Bevor wir auf MPC eingehen, klären wir die Grundlagen: Wer Kryptowährungen besitzt, hält keine Münzen, sondern einen privaten Schlüssel – eine lange Zeichenkette, die als Nachweis für das Eigentum an bestimmten Blockchain-Guthaben dient. Wer diesen Schlüssel besitzt, kann deine Krypto-Assets bewegen. Geht der Schlüssel verloren, sind die Mittel für immer gesperrt. Es gibt keinen Support, keine Bank kann helfen.

Die meisten Wallets geben dir außerdem eine Seed-Phrase (auch Wiederherstellungsphrase genannt), meist 12 oder 24 zufällige Wörter, die eine menschenlesbare Version deines privaten Schlüssels darstellen. Geht dein Gerät kaputt oder verloren, kannst du mit der Seed-Phrase dein Wallet auf einem neuen Gerät wiederherstellen. Sie ist also genauso mächtig – und genauso sensibel – wie der private Schlüssel selbst.

Das Kernproblem klassischer Wallet-Sicherheit: Dein privater Schlüssel existiert an einem einzigen Ort. Ein Gerät, ein Zettel, ein Speicherplatz – das ist ein einzelner Schwachpunkt. Fällt das Handy ins Wasser, wird der Laptop gestohlen oder der Zettel mit der Seed-Phrase geht verloren, ist alles weg. MPC-Wallets wurden entwickelt, um genau das zu verhindern.
 

Was ist eine MPC-Wallet?

MPC steht für Multi-Party Computation (Mehrparteienberechnung). Dieser kryptografische Ansatz wird seit den 1980er Jahren erforscht und ist erst seit Kurzem schnell genug für den Einsatz in Consumer-Apps.

Die Grundidee ist leicht verständlich: Anstatt dass dein privater Schlüssel als vollständiges Objekt an einem Ort existiert, splits the key into multiple encrypted pieces called "shares." 

Each share is held in a different location. No single share reveals anything useful on its own. To authorize a transaction, a minimum number of shares have to work together through a cryptographic process, and even during that process, the complete private key is never assembled anywhere. It remains mathematically distributed.
 

Das lässt sich mit einem Schließfach vergleichen, das drei verschiedene Schlüssel von drei verschiedenen Personen zum Öffnen benötigt. Selbst wenn jemand einen Schlüssel stiehlt, kann er das Fach nicht öffnen. Bei MPC sind die „Schlüssel“ kryptografische Anteile, und das „Öffnen“ passiert mathematisch – nicht mechanisch. Der Clou: Anders als beim Schließfach existiert der ursprüngliche „Hauptschlüssel“ nie als Ganzes. Die Anteile werden gemeinsam erzeugt, sodass der vollständige Schlüssel zu keinem Zeitpunkt an einem Ort existiert – nicht einmal bei der Generierung.


Wie funktionieren MPC-Wallets?

Schritt 1: Verteilte Schlüsselerzeugung

Wenn du eine MPC-Wallet einrichtest, nutzt sie ein Verfahren namens Distributed Key Generation (DKG). Anstatt einen privaten Schlüssel zu erzeugen und ihn dann zu teilen (wodurch der vollständige Schlüssel kurzzeitig existieren würde), werden die Anteile von Anfang an gemeinsam generiert. Jeder Beteiligte bringt eigenen Zufall ein. 

Das Ergebnis: Eine Gruppe verbundener Anteile, die jeweils von unterschiedlichen Parteien gehalten werden – niemand kennt oder sieht je den vollständigen Schlüssel. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber älteren Methoden wie Shamir's Secret Sharing, bei denen der Schlüssel erst komplett erzeugt und dann aufgeteilt wurde.

Schritt 2: Transaktionen signieren ohne Schlüsselzusammenführung

Willst du Krypto senden, startet deine Wallet eine Signaturanfrage. Jede Partei mit einem Anteil führt ihren Teil der kryptografischen Berechnung mit ihrem eigenen Anteil durch. 

Diese Teilberechnungen werden mathematisch kombiniert und ergeben eine gültige Transaktionssignatur. Entscheidend: Niemand sieht die Anteile der anderen, und der vollständige private Schlüssel wird nie zusammengeführt – nicht einmal im Arbeitsspeicher, nicht für einen Moment. 

Die Blockchain sieht eine ganz normale Signatur und erkennt nicht, dass sie aus einem verteilten System stammt.
 

Schritt 3: Schwellenwert-System

MPC-Wallets nutzen meist ein sogenanntes „Threshold“-System. Ein gängiges Beispiel ist 2-von-3: Es gibt drei Anteile, und jede beliebige Kombination aus zwei davon kann eine Transaktion autorisieren. Das heißt: Verlierst du einen Anteil, bist du nicht ausgesperrt. 

Mit den verbleibenden zwei Anteilen kannst du weiterhin Transaktionen signieren und auf deine Wallet zugreifen. Andere Varianten sind 2-von-2 (beide Anteile nötig, keine Fehlertoleranz) oder 3-von-5 (für größere Teams). Der Schwellenwert wird bei der Einrichtung festgelegt und bestimmt, wie ausfallsicher das System ist.

Wer hält die Anteile bei einer MPC-Wallet für Endnutzer?

Hier wird es komplex – und genau das ist für Privatanwender entscheidend, die überlegen, ob MPC für sie geeignet ist.

Bei den meisten MPC-Wallets für Verbraucher werden die Anteile zwischen deinem Gerät und den Servern des Anbieters aufgeteilt. Typisch ist: Ein Anteil liegt auf deinem Smartphone, ein weiterer auf der Infrastruktur des Anbieters; bei 2-von-2 sind beide zum Signieren nötig. Bei ausgefeilteren 2-von-3-Lösungen kann ein Anteil auf deinem Handy, einer beim Anbieter und einer als Cloud-Backup unter deiner Kontrolle liegen.


Die praktische Folge: if the company's servers go down, you may not be able to approve transactions until they come back online. Wird das Unternehmen gehackt oder schließt es, hängt die Sicherheit davon ab, wie gut der Anbieter seinen Anteil schützt. In manchen Umsetzungen, bei denen der Anbieter genug Anteile kontrolliert, um allein zu signieren, stellt sich die Frage, ob du wirklich vollständige Self-Custody hast – oder der Anbieter letztlich doch Kontrolle über deine Mittel behält.

Das ist kein Grund, MPC grundsätzlich abzulehnen. Es ist aber wichtig, genau zu verstehen, wie eine konkrete MPC-Wallet die Anteile verteilt und welche Garantien der Anbieter gibt. Für Institutionen mit technischen Teams, die solche Setups prüfen können, ist MPC oft eine sehr gute Lösung. 

Für Privatanwender, die einfach nur ihr Erspartes sicher und unkompliziert verwahren wollen, ist die Abhängigkeit vom Server ein echter Nachteil, den man kennen sollte.
 

MPC vs. klassische Wallets: Wo liegen die Unterschiede?

Klassische Hot Wallet

Eine Hot Wallet ist eine App auf deinem Smartphone oder Computer, die ständig mit dem Internet verbunden ist. Dein privater Schlüssel oder deine Seed-Phrase wird auf deinem Gerät erzeugt und entweder verschlüsselt lokal gespeichert oder – je nach App – in der Cloud gesichert. Für die Sicherheit bist du allein verantwortlich. Gelangt jemand an dein Gerät oder deine Seed-Phrase, hat er vollen Zugriff auf deine Krypto. Ein einziger Schwachpunkt: dein Schlüssel, wo immer er liegt.
 

Kustodiale Exchange-Wallet (z. B. Guthaben bei Coinbase oder Binance)

Hier besitzt du keinen eigenen Schlüssel. Die Börse verwahrt dein Guthaben für dich – ähnlich wie eine Bank dein Geld hält. Das ist die einfachste Nutzererfahrung, verlangt aber das höchste Maß an Vertrauen. Exchange-Hacks, Pleiten (wie FTX 2022) oder regulatorische Sperren haben schon dazu geführt, dass Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Mittel hatten. Genau deshalb ist Self-Custody so wichtig.

MPC-Wallet

Dein Schlüssel wird in Anteile aufgeteilt, die auf verschiedene Geräte oder Parteien verteilt sind. Kein einzelner Schwachpunkt. In den meisten Fällen gibt es keine Seed-Phrase, die verloren gehen kann. Der vollständige Schlüssel existiert nie an einem Ort. Der Nachteil: Du bist weiterhin – je nach Umsetzung – auf die Infrastruktur des Anbieters angewiesen, und das Sicherheitsmodell ist so komplex, dass die meisten Nutzer dem Anbieter vertrauen müssen, alles richtig umgesetzt zu haben.
 

Die echten Vorteile von MPC-Wallets

Kein einzelner Schwachpunkt

Selbst wenn ein Hacker ein Gerät oder einen Anteil kompromittiert, kann er keine Transaktionen autorisieren. Dafür müsste er genug Anteile kontrollieren, um den Schwellenwert zu erreichen – und diese Anteile liegen an verschiedenen Orten. Für Institutionen, die Milliarden an digitalen Assets verwalten, ist das ein echter Sicherheitsgewinn gegenüber klassischen Schlüssel-Setups.

Keine Seed-Phrase (bei vielen Umsetzungen)

Viele MPC-Wallets verzichten komplett auf die Seed-Phrase. Statt 24 Wörter aufzuschreiben und sicher zu verwahren, läuft die Wiederherstellung über das verteilte Anteilssystem. 

Verlierst du dein Handy, kannst du mit den anderen Anteilen oder einem kryptografischen Recovery-Prozess wieder Zugriff bekommen. Damit entfällt eine der größten Fehlerquellen klassischer Wallet-Sicherheit.

Funktioniert auf jeder Blockchain

MPC erzeugt Standard-Signaturen (wie sie auch bei klassischen Single-Key-Wallets verwendet werden). Das heißt: MPC-Wallets sind mit praktisch jeder Blockchain kompatibel, die Standard-Signaturen unterstützt – darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und viele weitere Netzwerke. Besondere Smart-Contract-Unterstützung ist auf Blockchain-Seite nicht nötig.

Ideal für Teams und Unternehmen

Für Unternehmen mit Krypto-Treasury ist MPC ideal: Du kannst mehrere Teammitglieder für große Transaktionen zur Freigabe verpflichten, Limits für automatische Freigaben kleiner Beträge setzen, Audit-Trails anlegen, wer was genehmigt hat, und Zugänge für ausscheidende Personen entziehen – ohne eine neue Wallet zu erstellen. Diese Governance-Features machen MPC-Wallets zur bevorzugten Lösung für Börsen, Investmentfonds und Firmen-Treasuries.
 

Nachteile von MPC-Wallets

Serverabhängigkeit

Wie oben beschrieben, speichern die meisten MPC-Wallets für Endnutzer mindestens einen Anteil auf der Infrastruktur des Anbieters. Ist der Server offline, kann das – je nach Schwellenwert – deine Fähigkeit zum Signieren von Transaktionen beeinträchtigen. Und wenn das Unternehmen schließt, musst du im Vorfeld wissen, was mit deinem Anteil passiert und ob du noch Zugriff auf deine Mittel hast.
 

Komplexität und Vertrauensfrage

Die Sicherheit einer MPC-Wallet hängt stark davon ab, wie der Anbieter sie umgesetzt hat. MPC ist kein simples „sicher/unsicher“-Thema, sondern eine Skala verschiedener Implementierungen. Die meisten Nutzer können nicht unabhängig prüfen, ob der Anbieter alles korrekt gemacht hat. Du vertraust auf die Kryptografie, Server-Sicherheit, Schlüsselrotation und den laufenden Betrieb des Anbieters. Wer seine Sicherheit selbst prüfen will, steht vor einer echten Herausforderung.

Wiederherstellung ist komplex

Der Zugang zu einer MPC-Wallet nach Geräteverlust erfordert meist die Zusammenarbeit mit dem Recovery-System des Anbieters. Ist keine ausreichende Redundanz vorkonfiguriert, kann der Verlust eines Anteils genauso zum Totalverlust führen wie bei einer klassischen Seed-Phrase. In der Theorie ist die Wiederherstellung flexibler, praktisch hängt alles davon ab, wie der Anbieter die Recovery-Mechanismen eingerichtet hat.

Warum das seedlose Tangem-Modell besser ist als MPC

Wer MPC versteht, erkennt schnell die Vorteile des Tangem-Ansatzes. Tangem nutzt kein MPC, sondern eine grundlegend andere Architektur: einen zertifizierten Secure-Element-Chip, der deinen privaten Schlüssel ausschließlich auf einer physischen Karte speichert, die du jederzeit selbst kontrollierst. Warum das entscheidend ist, erfährst du hier.

Dein Schlüssel – in deiner Hand

Wenn du eine Tangem Wallet einrichtest, wird der private Schlüssel direkt im Secure-Element-Chip deiner Karte erzeugt. Er verlässt diesen Chip nie – weder beim Signieren, noch bei Software-Updates. Die Signatur erfolgt immer intern, nur das signierte Ergebnis wird ausgegeben. Dein Handy, die Tangem-App und die Server von Tangem sehen den privaten Schlüssel nie, weil er das Gerät nie verlässt.

Es gibt keine Schlüssel auf Servern des Anbieters. Es gibt keine Serverabhängigkeit. Selbst wenn Tangem als Unternehmen morgen nicht mehr existiert, funktioniert dein Wallet weiter – denn dein Schlüssel liegt auf deiner Karte, und die Tangem-App ist Open Source. Du bist komplett unabhängig.


Der Secure Element: Was ist das und warum ist es wichtig?

In jeder Tangem-Karte steckt ein Samsung S3D350A/B Secure-Element mit CC EAL6+-Zertifizierung – dieselbe Chip-Kategorie wie in Pässen oder Bankkarten. Die CC EAL6+-Bewertung belegt, dass der Chip unabhängig geprüft und gegen fortgeschrittene Angriffe abgesichert ist. 

Auch die Firmware von Tangem wurde von Kudelski Security und Riscure – zwei der weltweit renommiertesten Sicherheitslabore – unabhängig geprüft. Mehr dazu, wie Tangem private Schlüssel mit zertifizierter Hardware-Entropie sicher erzeugt.

Keine Seed-Phrase, kein Server, kein Problem

Wie die besten MPC-Wallets verzichtet Tangem auf eine Seed-Phrase. Im Gegensatz zu MPC ersetzt Tangem diese aber nicht durch eine Serverabhängigkeit, sondern durch ein Backup-Karten-System: Beim Kauf bekommst du zwei oder drei NFC-Karten, die mit derselben Wallet verknüpft sind. 

Dein „Backup“ ist eine physische Karte, kein Server-Anteil. Geht eine Karte verloren, nutzt du die andere. Lagere deine Backup-Karte an einem separaten Ort (z. B. zu Hause, im Schließfach oder bei einer Vertrauensperson) – so hast du ein Recovery-System, das keine Infrastruktur eines Anbieters benötigt.

So funktioniert Tangem in der Praxis

Tangem-Karten kommunizieren per NFC mit deinem Smartphone (wie kontaktlose Zahlungskarten). Willst du Krypto senden oder eine dApp nutzen, bereitet die Tangem-App die Transaktion vor und fordert dich auf, die Karte an das Handy zu halten. Das Secure Element auf der Karte prüft die Anfrage, signiert die Transaktion intern und gibt sie an die App zurück. Das dauert meist nur ein bis zwei Sekunden. Dein Schlüssel verlässt die Karte nie.

Selbst wenn dein Handy komplett mit Malware infiziert ist, kann ein Dieb ohne die physische Tangem-Karte keine Transaktionen signieren. Die Karte ist deine Sicherheit. Software-Angriffe auf dein Handy haben keinen Zugriff. Mehr dazu: So schützt du dein Krypto-Wallet optimal.
 

MPC vs. Tangem: Der direkte Vergleich

FunktionMPC-WalletTangem Hardware-Wallet
Speicherort privater SchlüsselVerteilt auf Geräte und/oder Server des AnbietersIm Secure-Element-Chip, verlässt diesen nie.
ServerabhängigkeitOft ja, zum Signieren von TransaktionenKeine
Seed-Phrase erforderlichMeist neinNein
SicherheitszertifizierungAbhängig von der UmsetzungCC EAL6+ (Samsung S3D350A/B Secure Element)
WiederherstellungsmethodeRecovery über Anbieter-SystemPhysisch gelagerte NFC-Backup-Karte(n) / Optionale Seed-Phrase
Funktioniert bei Anbieter-AusfallAbhängig von der UmsetzungJa, vollständig unabhängig
Am besten geeignet fürUnternehmen, Teams, institutionelle VerwahrungPrivatnutzer, kleine Teams
EinrichtungsaufwandMittelSehr gering (unter 3 Minuten)
Wichtigste Hardware-KomponenteSichere Server-InfrastrukturCC EAL6+ Secure-Element-Chip
KostenOft kostenlose Software, teils Abo-ModelleEinmalige Hardware-Kosten (ab ca. 54,90 USD)


Für wen eignet sich eine MPC-Krypto-Wallet?

MPC-Wallets sind vor allem für Unternehmen und Teams sinnvoll. Wenn du als Firma ein Krypto-Treasury verwaltest, ein DAO mehrere Unterschriften für Ausgaben braucht, ein Fonds oder eine Börse institutionelle Assets managt oder ein Entwicklerteam rollenbasierte Zugriffsrechte für eine geteilte Wallet benötigt, ist MPC eine wirklich starke Lösung. 

Die Governance-Features, Multi-Signatur-Workflows und Audit-Trails machen MPC ideal, wenn es auf Nachvollziehbarkeit und kontrollierten Zugang für mehrere Personen ankommt.

Für Privatnutzer, die nur ihre eigenen Ersparnisse verwalten, sind die Vorteile einer MPC-Wallet meist irrelevant. Du brauchst keine Mehrparteien-Freigabe für eigene Transaktionen und keine Audit-Trails. Was du brauchst: Eine Wallet, bei der deine Mittel wirklich sicher, wirklich unter deiner Kontrolle und wirklich wiederherstellbar sind, falls etwas schiefgeht. Genau dafür ist Tangem gemacht. 

Mehr dazu im Artikel Warum Tangem zu den besten Cold Wallets am Markt gehört.

Fazit

MPC-Wallets sind ein echter Fortschritt in der Kryptografie. Die Kerntechnologie – private Schlüssel in Anteile zu teilen, die gemeinsam Transaktionen signieren, ohne dass der vollständige Schlüssel je an einem Ort liegt – löst ein zentrales Problem bei institutioneller Verwahrung. Für Unternehmen und Fonds mit großen Teams ist MPC oft das passende Werkzeug.

Wer als Privatnutzer seine eigenen Krypto-Assets sicher und unabhängig von Börsen, ohne Seed-Phrase und ohne Anbieter-Server verwahren will, bekommt mit Tangems Secure-Element-Ansatz zertifizierte Hardware-Sicherheit, vollständige Unabhängigkeit von externer Infrastruktur und das einfachste Onboarding im Bereich Hardware-Wallet. Der private Schlüssel liegt im Chip deiner Wallet – zum Signieren einfach ans Handy halten. Mehr ist nicht nötig.
 

Häufige Fragen (FAQ)

Wofür steht MPC?

MPC steht für Multi-Party Computation. Das ist ein Bereich der Kryptografie, bei dem mehrere Parteien gemeinsam ein Ergebnis berechnen (z. B. eine Transaktion signieren), ohne dass eine Partei die vollständigen Eingabedaten der anderen kennt. Im Wallet-Kontext wird so ein privater Schlüssel in Anteile aufgeteilt, die gemeinsam Transaktionen autorisieren – ohne dass der vollständige Schlüssel je an einem Ort existiert.

Ist eine MPC-Wallet non-custodial?

Das hängt von der konkreten Umsetzung ab. Viele MPC-Wallets für Endnutzer werden als non-custodial vermarktet. Wenn der Anbieter aber einen Anteil hält, der zum Signieren nötig ist, bist du faktisch teilweise von ihm abhängig. In einem wirklich non-custodial Setup hältst du die nötigen Anteile selbst, ohne auf den Anbieter angewiesen zu sein. Prüfe immer, wie eine MPC-Wallet die Anteile verteilt, bevor du von voller Self-Custody ausgehst.

Was ist ein Schwellenwert (Threshold) bei MPC?

Der Schwellenwert gibt an, wie viele Anteile zum Signieren einer Transaktion nötig sind. Bei 2-von-3 gibt es drei Anteile, von denen beliebige zwei zum Signieren reichen. So kannst du einen Anteil verlieren und hast trotzdem Zugriff. Bei 2-von-2 sind beide Anteile nötig – das bietet keine Fehlertoleranz, aber mehr Kontrolle (beide Parteien müssen jede Transaktion freigeben).

Können meine Krypto-Assets aus einer MPC-Wallet gestohlen werden?

MPC-Wallets sind deutlich schwerer zu kompromittieren als klassische Single-Key-Wallets, da ein Angreifer mehrere Anteile gleichzeitig kontrollieren müsste, um signieren zu können. Komplett immun sind sie aber nicht. 

Wird die Infrastruktur des Anbieters kompromittiert und hält dieser genug Anteile, besteht ein Risiko. Auch Social-Engineering-Angriffe auf Anteilshalter oder Phishing-Attacken auf die App sind möglich. MPC reduziert das Risiko deutlich, schließt es aber nicht vollständig aus.

Was passiert, wenn mein MPC-Wallet-Anbieter den Betrieb einstellt?

Wenn der Anbieter-Anteil zum Signieren nötig ist und das Unternehmen schließt, verlierst du eventuell den Zugriff – es sei denn, der Anbieter bietet eine Möglichkeit, die Anteile zu exportieren oder das Wallet zu migrieren. 
Wähle Anbieter, die eine unabhängige Export- oder Recovery-Option bieten, die nicht von deren Existenz abhängt. Hier hat Tangem einen klaren Vorteil: Die App ist Open Source, dein Schlüssel liegt auf deiner Karte – bist du unabhängig, selbst wenn das Unternehmen nicht mehr existiert.

Nutzen MPC-Wallets Seed-Phrases?

Viele MPC-Wallets verzichten auf klassische 12- oder 24-Wort-Seed-Phrases. Das ist einer ihrer Vorteile. Stattdessen erfolgt die Wiederherstellung meist über das Anteilssystem. „Keine Seed-Phrase“ heißt aber nicht automatisch „leichtere Wiederherstellung“ – das Verfahren ist einfach anders und sollte vorab verstanden werden. Warum Seed-Phrases grundsätzlich ein Risiko sind, erklärt Tangems Artikel zu seedlosen Wallets.

Wie unterscheidet sich Tangem von einer MPC-Wallet?

Tangem nutzt einen Secure-Element-Chip, der den privaten Schlüssel auf einer physischen Karte hält – statt ihn als Anteile auf Geräte und Server zu verteilen. Zum Signieren ist keine Server-Infrastruktur nötig. Der Schlüssel bleibt immer im Chip, das Signieren erfolgt intern, und selbst wenn Tangem als Firma schließen würde, funktioniert dein Wallet weiter, weil der Schlüssel auf deiner Karte liegt. Für Privatnutzer bedeutet das: einfachere Sicherheit mit weniger Abhängigkeiten.

Sind MPC-Wallets für Einsteiger geeignet?

Einige MPC-Wallets sind benutzerfreundlich gestaltet, und der Verzicht auf Seed-Phrases hilft tatsächlich vielen Einsteigern. Allerdings ist das technische Konzept komplex, die Serverabhängigkeit bleibt in den meisten Fällen, und du musst verstehen, wie der Anbieter die Anteile verteilt – das macht es schwer, wirklich zu prüfen, ob du die volle Kontrolle hast.

Wer als Einsteiger eine möglichst einfache und starke Sicherheit möchte, ist mit einer Hardware-Wallet wie Tangem besser beraten: Dein Schlüssel liegt auf der Karte, das Backup ist eine weitere Karte – nichts hängt von Servern ab. Starte mit Tangems Wallet-Guide für Einsteiger, wenn du neu bist.

Ist MPC besser als Multisig?

Beide Ansätze lösen ähnliche Probleme auf unterschiedliche Weise. Multisig-Wallets nutzen mehrere unabhängige Schlüssel (statt Anteilen eines Schlüssels) und erzwingen die Freigabe direkt auf der Blockchain – das ist transparent und überprüfbar. MPC arbeitet off-chain und erzeugt eine Standardsignatur; das ist günstiger (keine zusätzlichen Transaktionsdaten) und privater (die Multi-Party-Struktur ist on-chain unsichtbar), aber weniger auditierbar. 

Für Institutionen, die Wert auf On-Chain-Transparenz legen, bietet Multisig Vorteile. Wer Privatsphäre und geringere Gebühren sucht, bevorzugt oft MPC. Für Privatnutzer ist beides meist nicht nötig: Eine Cold-Storage-Hardware-Wallet deckt alles ab, was du brauchst.

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Autor Patrick Dike-Ndulue

Senior editor covering crypto, onchain equities, and technology.

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Rezension von Rukkayah Jigam

Writer & editor covering digital assets and product updates.