Was ist ein Stablecoin? Der umfassende Guide für Einsteiger
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Die Kurse von Kryptowährungen schwanken oft stark innerhalb kurzer Zeiträume – ganz anders als bei klassischen Vermögenswerten. Die Preisentwicklung im Kryptomarkt wird zudem stark von Angebot und Nachfrage, Marktstimmung, regulatorischen Veränderungen, negativen Nachrichten und technologischem Fortschritt beeinflusst.
Diese volatile Natur hat den Bedarf nach einer eigenen digitalen Asset-Klasse geschaffen, die ihren Wert dauerhaft stabil hält. Stablecoins sind entstanden und dienen als verlässlicher Anker im stürmischen Krypto-Meer. Doch was genau sind Stablecoins und wie schaffen sie es, ihren Wert weitgehend konstant zu halten?
In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über Stablecoins – von ihren Mechanismen und Anwendungsfällen bis zu ihrer Rolle in der Zukunft der digitalen Finanzwelt.
Was ist ein Stablecoin?
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung (Token), deren Marktwert an einen anderen stabilen Vermögenswert wie Fiatgeld, Edelmetalle, Öl oder Wertpapiere gekoppelt ist. Stablecoins lassen sich sowohl zum Investieren als auch für Zahlungen von Waren und Dienstleistungen nutzen. Während beispielsweise der Bitcoin-Kurs innerhalb von sechs Monaten um bis zu 50 % schwanken kann, bleibt ein Stablecoin wie USDT immer 1 $ wert (mit minimalen Abweichungen von wenigen Cent).
A stablecoin is a fixed-rate cryptocurrency whose market value is pegged to a stable asset (gold, traditional currency).
Stablecoins sind notwendig, um ein stabiles und verlässliches Umfeld zu schaffen, die Akzeptanz von Kryptowährungen zu fördern und die spekulative Natur digitaler Assets zu verringern. Sie vereinen das Beste aus beiden Welten: die Sicherheit und Dezentralisierung von Kryptowährungen mit der Stabilität klassischer Fiatwährungen.
Wichtige Fakten
- Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Marktwert an einen traditionellen Vermögenswert gekoppelt ist.
- Als Tauschmittel sind Stablecoins wertvoller als volatile Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin.
- Stablecoins können an eine Fiatwährung wie den US-Dollar oder an den Preis eines Rohstoffs wie Gold gekoppelt sein.
- Stablecoins halten ihren Wert durch hinterlegte Reserven als Sicherheiten oder durch algorithmische Steuerung der Umlaufmenge stabil.
- Stablecoins stehen wegen des rasanten Wachstums des 128-Milliarden-Dollar-Marktes und möglicher Auswirkungen auf das Finanzsystem zunehmend im Fokus der Regulierungsbehörden.
Arten von Stablecoins
Stablecoins lassen sich in vier Kategorien einteilen: Fiat-besicherte, Krypto-besicherte, nicht-besicherte und rohstoffbasierte Stablecoins.
Was sind fiat-besicherte Stablecoins?
Fiat-besicherte Stablecoins beziehen ihren Wert aus klassischen Fiatwährungen wie dem US-Dollar (USD), Euro (EUR) oder Britischen Pfund (GBP). Sie halten ihren Wert, indem sie direkt im Verhältnis 1:1 an eine bestimmte Fiatwährung gekoppelt sind.
Wie funktionieren fiat-besicherte Stablecoins?
Die Herausgeber solcher Stablecoins halten den entsprechenden Betrag der zugrunde liegenden Fiatwährung als Reserve, um die im Umlauf befindlichen Stablecoin-Token abzusichern. Diese Besicherung sorgt dafür, dass der Stablecoin seinen Wert hält.
Rücktausch-Mechanismus
Nutzer können den Stablecoin meist im Verhältnis 1:1 gegen die hinterlegte Fiatwährung eintauschen. Dieser Mechanismus schafft Vertrauen und sichert die Stabilität des Stablecoins.
Transparenz und Prüfung
Seriöse Herausgeber fiat-besicherter Stablecoins lassen ihre Reserven regelmäßig von unabhängigen Dritten prüfen, um sicherzustellen, dass die Menge der hinterlegten Fiatwährung der Anzahl der ausgegebenen Stablecoins entspricht.
Regulatorische Compliance
Die Emittenten fiat-besicherter Stablecoins agieren meist im Rahmen der geltenden Finanzvorschriften und erfüllen beispielsweise Anforderungen zur Geldwäscheprävention (AML).
Anwendungsfälle
Fiat-besicherte Stablecoins dienen als verlässliches Tauschmittel, Recheneinheit und Wertspeicher. Trader nutzen sie häufig als sicheren Hafen in Phasen hoher Marktvolatilität.
Beispiele
Bekannte fiat-besicherte Stablecoins sind Tether (USDT), USD Coin (USDC) und TrueUSD (TUSD). Jeder dieser Stablecoins ist an den Wert des US-Dollars gekoppelt.
Was sind krypto-besicherte Stablecoins?
Krypto-besicherte Stablecoins werden durch einen Pool von Kryptowährungen statt durch Fiatwährungen abgesichert. Im Gegensatz zu fiat-besicherten Stablecoins nutzen sie Smart Contracts und Blockchain-Technologie, um ihren Wert zu stabilisieren.
Wie funktionieren krypto-besicherte Stablecoins?
Anstelle von Fiat-Reserven werden andere Kryptowährungen als Sicherheiten hinterlegt – meist in einem höheren Wert als die ausgegebenen Stablecoins.
Smart-Contract-Mechanismus
Smart Contracts steuern die Ausgabe und den Rücktausch der krypto-besicherten Stablecoins. Sie passen die Umlaufmenge automatisch an den Wert der Sicherheiten an. Sinkt der Wert der Sicherheiten, kann der Smart Contract zusätzliche Sicherheiten verlangen, um die Stabilität zu gewährleisten.
Überbesicherung
Um Wertschwankungen abzufedern, werden krypto-besicherte Stablecoins meist überbesichert – der Wert der Sicherheiten liegt also über dem Wert der ausgegebenen Stablecoins.
Liquidations-Mechanismus
Fällt der Wert der Sicherheiten unter eine bestimmte Schwelle, kann ein Teil davon automatisch liquidiert werden, um die Stabilität des Stablecoins zu sichern.
Dezentrale Governance
Einige krypto-besicherte Stablecoins werden dezentral verwaltet – die Community der Tokenholder entscheidet gemeinsam über Parameter wie Sicherheitenquoten.
Beispiele
Bekannte krypto-besicherte Stablecoins sind DAI (besichert durch verschiedene Kryptowährungen auf der Ethereum-Blockchain) und sUSD (besichert durch den nativen Token SNX des Synthetix-Netzwerks).
Krypto-besicherte Stablecoins bieten einen dezentralen und algorithmischen Ansatz zur Wertstabilisierung im Krypto-Ökosystem. Sie sind eine Alternative zu fiat-besicherten Stablecoins und werden vor allem im DeFi-Bereich und in Blockchain-Projekten eingesetzt.
Was sind algorithmische Stablecoins?
Nicht-besicherte, sogenannte algorithmische Stablecoins kommen ohne hinterlegte Sicherheiten aus. Stattdessen steuern Algorithmen und Smart Contracts Angebot und Nachfrage, um den Preis zu stabilisieren.
Wie funktionieren nicht-besicherte/algorithmische Stablecoins?
Algorithmische Stablecoins setzen komplexe Algorithmen und Smart Contracts ein, um die Umlaufmenge zu steuern und den Preis stabil zu halten.
Seigniorage Shares
Nutzer solcher Stablecoins können Token halten, die einen Anteil am Seigniorage der Plattform repräsentieren – also der Differenz zwischen dem Wert der umlaufenden Stablecoins und den Kosten ihrer Erzeugung. Diese Token berechtigen oft zur Teilnahme an Governance-Entscheidungen und zur Ausschüttung von Belohnungen.
Marktdynamik
Der Algorithmus berücksichtigt verschiedene Marktfaktoren wie den aktuellen Kurs, Handelsvolumen und Nachfrage. Je nach Situation werden neue Stablecoins erzeugt oder Maßnahmen zur Angebotsverringerung ausgelöst.
Elastisches Angebot
Das Angebot algorithmischer Stablecoins ist elastisch: Die Umlaufmenge kann je nach Bedarf wachsen oder schrumpfen, um die Preisstabilität zu sichern. Im Gegensatz dazu sind besicherte Stablecoins an die Menge der hinterlegten Sicherheiten gebunden.
Beispiele
Bekannte algorithmische Stablecoins sind Ampleforth (AMPL) sowie das gescheiterte Stablecoin-Projekt von Terra, das mit einem Zwei-Token-System (LUNA und Terra) die Wertstabilität sichern sollte.
Was sind rohstoffbasierte Stablecoins?
Rohstoffbasierte Stablecoins werden durch physische Vermögenswerte wie Edelmetalle (z. B. Gold oder Silber) oder andere Sachwerte besichert.
Diese Stablecoins bieten Stabilität, indem sie ihren Wert an den Preis des jeweiligen Rohstoffs koppeln.
Wie funktionieren rohstoffbasierte Stablecoins?
Die Emittenten halten eine Reserve des zugrunde liegenden Rohstoffs. Der Wert des Stablecoins ist direkt an diesen Rohstoff gebunden – etwa entspricht ein Stablecoin einer bestimmten Menge Gold.
Rücktausch-Mechanismus
Nutzer können den Stablecoin meist zum festgelegten Umrechnungskurs gegen den Rohstoff eintauschen. So bleibt der Wert des Stablecoins stets an den gewählten Rohstoff gekoppelt.
Lagerung und Verwahrung
Der physische Rohstoff muss sicher gelagert werden – meist übernehmen spezialisierte Verwahrstellen oder Tresore diese Aufgabe, um Integrität und Sicherheit zu gewährleisten.
Beispiele für rohstoffbasierte Stablecoins sind PAX Gold (PAXG), das durch physisches Gold gedeckt ist, und Tether Gold (XAUt), das durch Gold in einem Schweizer Tresor abgesichert wird.
Warum sind Stablecoins wichtig?
Um Kryptowährungen als Ersatz für Fiatgeld zu nutzen, braucht es Stabilität – denn eine volatile Währung mindert die Kaufkraft. Stablecoins spielen eine entscheidende Rolle, um die Einsatzmöglichkeiten und Akzeptanz von Kryptowährungen zu erweitern. Sie schaffen eine verlässliche, stabile Werteinheit in der digitalen Wirtschaft. Hier die wichtigsten Vorteile des Stablecoin-Marktes im Überblick:
1. Stabile Preise
Stablecoins bieten eine sichere Alternative für alle, die starke Kursschwankungen anderer digitaler Assets vermeiden wollen. Durch die Kopplung an einen allgemein anerkannten Vermögenswert wie eine Fiatwährung (z. B. USD, EUR) dienen sie als stabiler Wertspeicher und sind weniger anfällig für extreme Preisschwankungen.
2. Erleichtert Handel und Transaktionen
Stablecoins sind ein verlässliches Tauschmittel im Kryptobereich. Trader nutzen sie, um schnell zwischen Positionen zu wechseln, ohne in Fiatwährungen umtauschen zu müssen – das spart Zeit und Gebühren. Zudem können Stablecoins als Sicherheit in DeFi-Anwendungen dienen.
3. Internationale Überweisungen
Stablecoins ermöglichen schnelle und günstige grenzüberschreitende Zahlungen. Dank Blockchain-Technologie lassen sich internationale Transfers ohne die üblichen Bankgebühren und Verzögerungen abwickeln.
Auch große Finanzinstitute wie Wells Fargo und JP Morgan testen Stablecoins als effiziente Lösung für internationale Zahlungsabwicklungen.
4. Finanzielle Inklusion
Stablecoins können Menschen ohne Zugang zum klassischen Bankensystem finanzielle Dienstleistungen bieten – als stabile Recheneinheit und Zahlungsmittel für alle, die von traditionellen Banken ausgeschlossen sind.
5. Datenschutz und Sicherheit
Stablecoins bieten Datenschutz und Sicherheit auf dem Niveau klassischer Kryptowährungen. Nutzer profitieren von den Privatsphäre-Features der Blockchain und genießen gleichzeitig die Stabilität eines fixen Wertes.
6. Absicherung gegen Marktschwankungen
Trader und Investoren nutzen Stablecoins, um sich gegen die Volatilität anderer Kryptowährungen abzusichern. In turbulenten Marktphasen können sie ihr Kapital in Stablecoins parken und so vor Wertverlust schützen.
Im Bärenmarkt können Trader Bitcoin, Ethereum oder andere Assets schnell in Stablecoins umtauschen. Außerdem lassen sich durch den Einsatz von Stablecoins beim Marktein- und -ausstieg Gebühren sparen und die Krypto-Bestände gezielt erhöhen.
7. Smart-Contract-Funktionalität
Stablecoins auf Blockchains wie Ethereum lassen sich programmieren und in dezentrale Anwendungen (DApps) und DeFi-Protokolle integrieren. Dadurch entstehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten über einfache Überweisungen hinaus.
Die bekanntesten Stablecoins und ihre Geschichte
Seit dem Dotcom-Boom gibt es den Wunsch, Fiatgeld zu digitalisieren und Hürden zu senken. Unternehmer und Institutionen experimentierten mit der Entwicklung eines digitalen Dollars – der Anfang war die Einführung von BitUSD.
BitUSD: der erste Stablecoin
BitUSD kam 2014 als Token auf der BitShare-Blockchain auf den Markt und war der erste Stablecoin. Entwickelt wurde er von Charles Hoskinson und Dan Larimer. Der Token war durch den BitShares-eigenen Token BTS sowie weitere Kryptos besichert, die per Smart Contract als Sicherheit hinterlegt wurden.
2018 verlor BitUSD die 1:1-Bindung an den US-Dollar und hat sich bis heute nicht erholt. Eine Analyse von BitMEX zeigte das Problem: Die Besicherung erfolgte mit einem wenig bekannten, volatilen und nicht gedeckten Asset – BitShare.
Tether (USDT)
Tether (USDT) ist einer der meistgenutzten Stablecoins am Kryptomarkt und für seine Bindung an den US-Dollar bekannt.
Tether wurde 2014 von Realcoin (später Tether Limited) gestartet. Ziel war es, eine stabile Kryptowährung mit 1:1-Bindung an den US-Dollar zu schaffen.
2015 - Omni-Protokoll: Tether wurde zunächst auf der Bitcoin-Blockchain über das Omni Layer-Protokoll ausgegeben. Jeder USDT-Token entsprach einem US-Dollar als Reserve.
2017 - Expansion zu Ethereum: Ab September 2017 gab es USDT auch als ERC-20-Token auf Ethereum. Damit konnte Tether die Vorteile des Ethereum-Netzwerks nutzen.
2017–2018 – Kontroversen und Prüfungsfragen: Tether geriet wegen der Behauptung, vollständig durch US-Dollar gedeckt zu sein, in die Kritik. Experten bemängelten fehlende unabhängige Prüfungen der Reserven. Tether erklärte, keine Audits offenzulegen, um Regulierungsbehörden keine Einblicke in die Umwandlung von US-Dollar in Tether zu geben.
2018 – Partnerschaft mit Deltec Bank: Im November 2018 gab Tether eine Bankverbindung mit der Deltec Bank & Trust Limited (Bahamas) bekannt. Deltec bestätigte ausreichende USD-Reserven für Tether.
2019 – Start auf weiteren Blockchains: Tether wurde nun auch auf anderen Blockchains wie Tron (TRC-20) und EOS (EOSIO) ausgegeben.
2020 – Regulatorische Prüfung: Tether und das Schwesterunternehmen Bitfinex einigten sich mit der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft auf eine Zahlung von 18,5 Millionen US-Dollar wegen Vorwürfen, Verluste von rund 850 Millionen US-Dollar verschleiert zu haben. Im Gegenzug verpflichtete sich Tether zu regelmäßigen Berichten über die Reserven.
2021 – Marktdominanz: Tether ist weiterhin der meistgenutzte Stablecoin mit Milliardenumsätzen pro Tag.
USD Coin (USDC)
USD Coin (USDC) ist ein weit verbreiteter Stablecoin im Kryptobereich. USDC wurde im September 2018 von CENTRE eingeführt – einem Konsortium, das von Circle und Coinbase gegründet wurde. Die Ausgabe der Stablecoin-Token erfolgt jedoch ausschließlich durch Circle, das auch die Börse Poloniex betreibt und Investoren wie Goldman Sachs und Baidu an Bord hat.
USDC wurde als Stablecoin mit Bindung an den US-Dollar konzipiert, um eine verlässliche digitale Abbildung von Fiatgeld zu bieten.
Die Einführung erfolgte zunächst als ERC-20-Token auf der Ethereum-Blockchain.
Protokoll
USDC wird inzwischen auf mehreren Blockchains ausgegeben, startete aber 2018 auf Ethereum. Wegen steigender Gasgebühren auf Ethereum wurde der Token auch auf Netzwerken wie Algorand, Solana und Stellar eingeführt.
Im März 2021 wurde USDC als einer der ersten Stablecoins in das Zahlungsnetzwerk von Visa integriert. Unternehmen können so Zahlungen direkt mit USDC abwickeln – das erhöht die praktische Nutzung.
Anwendungsfälle
USDC ist auf Coinbase, Poloniex, Binance und weiteren Börsen wie Huobi handelbar. Der Stablecoin ist zudem mit zahlreichen DeFi-Protokollen kompatibel. Trader schätzen USDC als stabilen Wert, um Marktschwankungen zu vermeiden.
USDC wird laufend weiterentwickelt, um die Interoperabilität und Funktionalität auf verschiedenen Blockchains zu verbessern. Er bleibt ein zentraler Stablecoin im Krypto-Ökosystem.
Im August 2021 erreichte die Marktkapitalisierung von USDC über 27 Milliarden US-Dollar und festigte damit seine Position als einer der führenden Stablecoins.
DAI Token
DAI wurde 2017 eingeführt und ist ein Ethereum-basierter Stablecoin mit festem Wert von einem US-Dollar. Das MakerDAO-Lending-System nutzt ebenfalls diesen ERC-20-Token. Selbst ausführende Smart Contracts halten den Preis stabil – steigt oder fällt der Kurs, werden DAI-Token erzeugt oder verbrannt, um den Wert bei einem Dollar zu halten.
Protokoll
Das DAI-Protokoll ist Open Source und erlaubt es jedem, durch Hinterlegung von Krypto-Sicherheiten im Oasis-App-Interface DAI-Token zu generieren. Zum Start war nur Pooled Ether (PETH) als Sicherheit möglich, das durch Einzahlen von ETH in einen Smart Contract erzeugt wurde.
Anwendungsfälle
DAI ist ein nicht-besicherter Stablecoin, der vom MakerDAO-Projekt – einer dezentralen Plattform auf Ethereum – entwickelt wurde. Im Dezember 2017 startete DAI auf dem Ethereum-Mainnet und sollte durch Überbesicherung und Smart Contracts dauerhaft den Wert von 1 US-Dollar halten.
Im November 2019 führte MakerDAO Multi-Collateral DAI (MCD) ein, wodurch Nutzer auch andere Assets als Ethereum als Sicherheiten hinterlegen konnten. Das erweiterte die Möglichkeiten zur Besicherung von DAI.
Black Thursday und Notabschaltung
Im März 2020 führte ein massiver Markteinbruch zu extremer Volatilität im Kryptomarkt. Das brachte MakerDAO in Schwierigkeiten und führte zu einer Notabschaltung, um die Stabilität von DAI zu schützen.
Im November 2020 erfolgte die Umstellung von MCD auf Single-Collateral DAI (SCD), wodurch Nutzer ihre bestehenden Collateralized Debt Positions (CDP) auf das neue System migrieren konnten.
Seit 2021 wächst die Nutzung von DAI im DeFi-Sektor rasant. DAI ist heute ein zentraler Stablecoin in vielen DeFi-Protokollen und auf zahlreichen Plattformen und Börsen integriert.
Die Zukunft der Stablecoins
Stablecoins sind weit mehr als nur Finanzverträge – sie stehen für die Weiterentwicklung klassischer Zahlungssysteme und volatiler Kryptowährungen.
Allerdings greifen Regierungen zunehmend mit neuen Regulierungen ein. Die US-Regierung unter Biden kündigte 2022 an, Stablecoin-Emittenten künftig wie Banken zu regulieren.
Dafür müssten Emittenten ihre Stablecoin-Reserven wie klassische Banken absichern.
Das würde Tradern zusätzlichen Schutz vor Kursschwankungen, Diebstahl oder einer Insolvenz des Emittenten bieten. Auch staatliche Aufsicht und Prüfpflichten würden dann gelten. Zudem müssten Stablecoin-Emittenten Einschränkungen bei Firmenbeteiligungen beachten und die Interoperabilität zwischen Stablecoins fördern.
Die Details sind noch offen – doch Stablecoins könnten die globale Zahlungslandschaft grundlegend verändern.