Stablecoins: Experten warnen vor Liquiditätsrisiken
Experten und Regulierer warnen: Die Reserve-Strukturen von Tether und USDC machen sie anfällig für Liquiditätskrisen und stellen ihre Stabilität als bargeldähnliche Instrumente infrage.
Europäische Regulierungsbehörden und institutionelle Investoren intensivieren die Prüfung privater Stablecoins wie Tether (USDT) und Circle (USDC). Sie stellen deren Zuverlässigkeit als echte, an Fiat gebundene Bargeldäquivalente zunehmend infrage. Experten auf dem Digital Money Summit 2026 in London, darunter Christoph Hock von Union Investment, betonen, dass die Reserve-Strukturen dieser Stablecoins oft volatile Vermögenswerte wie Gold und Bitcoin enthalten. Dadurch ähneln sie eher spekulativen Hedgefonds als stabilen, risikoarmen Instrumenten. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt, dass selbst Reserven, die überwiegend aus US-Staatsanleihen bestehen, in Krisenzeiten nicht ausreichend liquide sein könnten. Tether und Circle, die fast 90 % des globalen Stablecoin-Marktes kontrollieren, könnten dadurch schwere Liquiditätsengpässe erleben – mit potenziellen Auswirkungen über den Kryptosektor hinaus. Diese Bedenken werfen Fragen zur Eignung von Stablecoins für institutionelle Nutzung und als sichere, bargeldähnliche Vermögenswerte auf.