Krypto-Cybersicherheit: Grundlegende Tipps zum Schutz deiner Assets
Dieser Artikel ist in folgenden Sprachen verfügbar:
- Zentrale Erkenntnisse
- Über den Gastgeber: Jacky Chemoula
- Arten von Cyberangriffen im Kryptobereich
- Die Rolle von KI bei Krypto-Cyberangriffen
- Die Grundprinzipien der Cybersicherheit
- Krypto-Wallet-Typen und ihr Risikoprofil
- Risikoanalyse bei Krypto-Wallets
- Verschiedene Angriffsvektoren
- Wie du deine Krypto gegen alle Angriffe schützt
- FAQ: Cybersicherheit bei Krypto
- Fazit
Zentrale Erkenntnisse
Dieser Artikel, basierend auf einem Tangem-Webinar mit dem Cybersicherheitsexperten Jacky Chemoula, bietet einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Krypto-Cybersicherheit, typische Angriffsvektoren und bewährte Methoden zum Schutz digitaler Vermögenswerte. Er beleuchtet die sich wandelnde Bedrohungslage – einschließlich KI-basierter Angriffe und prominenter Hacks – und vergleicht die Risiken verschiedener Wallet-Typen mit Fokus auf die Sicherheitsmerkmale der Tangem Hardware-Wallets. Praktische Tipps helfen, Risiken zu minimieren, wobei persönliches Verantwortungsbewusstsein, sichere Transaktionsgewohnheiten sowie Geräte- und Netzwerksicherheit im Mittelpunkt stehen.
Wir haben dieses Webinar, Master the Basics of Crypto Cybersecurity | Free Tangem Educational Webinar, in einen Blogartikel verwandelt.
In diesem Beitrag erfährst du die Grundprinzipien der Cybersicherheit, lernst Schwachstellen von Hardware-Wallets kennen, verstehst Risiken rund um Krypto-Wallets und erfährst, wie du dich im Kryptobereich schützen kannst.
Über den Gastgeber: Jacky Chemoula
Ich bin Jacky Chemoula, IT- und Softwarearchitektur-Experte mit Schwerpunkt Datensicherheit. Ich verfüge über umfassende Erfahrung in strategischen Branchen wie Energie, Telekommunikation, Lieferkette und Verteidigung.
Es freut mich sehr, dass mich das Tangem-Team zu einem Webinar über Cybersicherheit bei Krypto-Wallets eingeladen hat.
Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich im Rahmen meiner Arbeit in der Cyberabwehr mit Krypto aus der Perspektive der IT-Sicherheit. Ein Jahr lang habe ich Cybersicherheitsaudits für Endnutzer wie dich und mich durchgeführt, um Krypto abzusichern und Nutzerdaten zu schützen.
Zu meinem Hintergrund gehören Studien an der EPITA in Paris, am Technion (Israel Institute of Technology) und an der Paris Alburn. Das macht mich zu einem kompetenten Begleiter durch die komplexe Welt der Krypto-Sicherheit.
Schauen wir uns nun die Arten von Cyberangriffen an, mit denen Krypto-Nutzer heute konfrontiert sind.
Arten von Cyberangriffen im Kryptobereich
Im Krypto-Ökosystem gibt es vier Hauptarten von Cyberangriffen:
- Ransomware
- Phishing
- Supply chain attacks
- Krypto-Investment-Betrug
Diese Angriffe zielen meist auf einzelne Nutzer ab, während ausgefeiltere Attacken auf Session-Cookies, Token und Cross-Bridge-Angriffe setzen.
Die wichtigsten Gruppen hinter Cyberangriffen stammen vor allem aus Russland, Nordkorea und Iran. Diese Verbindung zwischen Cybersicherheit und Geopolitik zeigt, wie reale Ereignisse die digitale Sicherheitslandschaft direkt beeinflussen.
Von 2016 bis 2020 waren zentralisierte Plattformen die Hauptziele der Angreifer. Seit 2021 hat sich der Fokus jedoch deutlich auf DeFi (Decentralized Finance) verschoben. Die finanziellen Schäden sind erheblich: Allein durch Ransomware wurden 2023 rund 1,1 Milliarden US-Dollar erbeutet.
Die Rolle von KI bei Krypto-Cyberangriffen
Die Integration von künstlicher Intelligenz in Cyberangriffe hat die Bedrohungslage grundlegend verändert. Hier eine zeitliche Übersicht dieser Entwicklung:
- Vor 2018: KI wurde hauptsächlich von der Verteidigungsindustrie eingesetzt, um Anomalien in Informationssicherheitssystemen zu erkennen.
- 2019–2020: KI-Tools wurden für Angreifer zugänglicher und ermöglichten Deepfakes, Phishing-Videos und Audio-Betrugsmaschen.
- 2021–2022: Eine Welle automatisierter, hochentwickelter Angriffe traf das Krypto-Ökosystem – vor allem DeFi-Plattformen – mit nahezu perfekten KI-generierten Phishing-E-Mails.
- 2023: Es gab eine vorübergehende Verlangsamung, da DeFi-Plattformen Sicherheitsmaßnahmen einführten. Angreifer passten sich jedoch an und entwickelten „Ransomware as a Service“ (RaaS).
- 2024: Die Angriffe nahmen wieder zu und erreichten etwa 300 Vorfälle und 4 Milliarden US-Dollar gestohlener Gelder.
Wir haben zahlreiche bekannte Krypto-Hacks erlebt, darunter Mt. Gox, Coincheck und FTX. Die Ursachen reichten von interner Korruption bis zu externen Angriffen durch Gruppen wie Lazarus.
Ein bemerkenswerter Fall war der Poly Network Hack über 611 Millionen US-Dollar durch „Mr. White Hat“, der die Gelder nach dem Aufzeigen von Sicherheitslücken zurückgab.
Der 1,5-Milliarden-Dollar-Hack bei Bybit
Der aktuelle Bybit-Angriff vom 21. Februar 2025 ist einer der größten in der Blockchain-Geschichte. Die nordkoreanische Lazarus-Gruppe führte einen komplexen Zwei-Stufen-Angriff auf Multi-Signatur-Wallets durch:
- Zunächst infizierten die Angreifer den Multi-Signatur-Smart-Contract, der den Signiervorgang steuert.
- Als Wallet-Besitzer Transaktionen mit ihren Cold Wallets signierten, autorisierten sie unwissentlich Überweisungen an die Wallets der Angreifer.
- Das Problem entstand, weil Nutzer die Transaktionsdetails auf dem Wallet-Display nicht sehen konnten.
Dieser Fall machte Schwachstellen bei Trusted Displays und Smart-Contract-Schnittstellen deutlich – darauf gehe ich später noch genauer ein.
Die Grundprinzipien der Cybersicherheit
Es gibt fünf grundlegende Prinzipien der Cybersicherheit. Sie stellen sicher, dass jeder Prozess und jede Anwendung ein hohes Sicherheitsniveau einhält:
- Vertraulichkeit von Daten: Nur autorisierte Personen dürfen auf Informationen zugreifen.
- Integrität von Daten: Daten dürfen nicht manipuliert werden.
- Verfügbarkeit von Daten: Du musst jederzeit auf deine Daten zugreifen können.
- Nachvollziehbarkeit von Daten: Die Möglichkeit, Daten zu prüfen und zu analysieren.
- Authentifizierung von Daten: Sicherstellen, dass Nutzer die richtige Zugriffsebene haben.
Konkret auf Krypto-Wallets angewandt, nehmen diese Prinzipien folgende Formen an:
- Vertraulichkeit – wir nutzen Systeme mit privaten Schlüsseln und Seed-Phrases;
- Integrität – Transaktionen und Schlüssel bleiben unverändert;
- Verfügbarkeit – zuverlässige Backup-Lösungen schaffen;
- Nachvollziehbarkeit – Transaktionen lassen sich z. B. mit Block-Explorern prüfen;
- Authentifizierung – starke Verifizierungsmethoden wie Multi-Faktor-Authentifizierung.
Krypto-Wallet-Typen und ihr Risikoprofil
Eine Krypto-Wallet ist ein asymmetrisches kryptografisches Generatorsystem. Das heißt: Sie erzeugt private und öffentliche Schlüssel – das ist alles, was eine Wallet tun sollte. Es gibt verschiedene Wallet-Typen mit unterschiedlichen Sicherheitsrisiken:
Software Wallets (Hot Wallets):
- Anwendungs-Wallets und dezentrale Exchange-Wallets
- Browser-Erweiterungs-Wallets
- Desktop- und Smartphone-Wallets
- Online-Wallets (z. B. zentralisierte Börsen wie Kraken, Coinbase oder Binance)
Hardware-Wallets:
- USB-basierte Geräte (Ledger und Trezor)
- Smartcards und Wearables (Tangem)
„Ich frage mich, was eine Krypto-Wallet tun sollte – sie sollte nur einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel speichern, sonst nichts. Die Frage ist: Kann das Gerät online sein? Wenn ja, ist es keine Cold Wallet.“
Diese Einteilung steht in direktem Zusammenhang mit dem Sicherheitsrisiko: Hot Wallets haben das höchste Risiko, Cold Wallets das niedrigste, da sie komplett vom Internet isoliert sind.
Hardware-Wallets sind Non-Custodial (du besitzt deine privaten Schlüssel). Auch Anwendungs-Wallets wie dezentrale Exchanges sind Non-Custodial. Hot Wallets bei zentralisierten Börsen sind Custodial – deine Schlüssel liegen auf deren Servern.
Typische Bedrohungen für Software Wallets sind:
- Keylogger: Angriffe, bei denen Tastatureingaben ausgelesen werden, um private Daten und Passwörter zu stehlen.
- Clipboard Hijacking: Angriffe, die die Zwischenablage manipulieren und kopierte Adressen durch die des Angreifers ersetzen.
- Session- und Cookie-Hijacking: Komplexe Angriffe, bei denen Authentifizierungs-Token auch nach erfolgreicher Multi-Faktor-Authentifizierung gestohlen werden.
- Malware und Ransomware: Schadsoftware, die die Wallet-Sicherheit kompromittiert.
- Smart-Contract-Exploits: Schwachstellen im Code von dezentralen Exchanges.
Bei zentralisierten Börsen sind Plattform-Hacks (wie Mt. GOX) und menschliche Korruption (wie bei FTX) die größten Risiken.
Hardware-Wallets sind anderen Bedrohungen ausgesetzt:
- Supply chain attacks: Angreifer manipulieren Geräte zwischen Produktion und Auslieferung.
- Firmware-Injektion: Schadcode wird in die Gerätesoftware eingeschleust.
- Verbindungsschwachstellen: Probleme mit Bluetooth, Display und USB-Schnittstellen.
- Malware durch PC-Injektion: Beim Anschluss an infizierte Computer.
Tangem-Karten sind nicht anfällig für Supply chain attacks, da es sich um einfache Karten handelt: „Es gibt nichts zu verändern – man könnte die Karte höchstens zerstören.“
Schwachstellen von Hardware-Wallets
Hardware-Wallets können verschiedene Komponenten enthalten, die potenzielle Schwachstellen darstellen:
Batterie
Batterien sind eine bedeutende Schwachstelle. Mit ihnen lässt sich die Stromversorgung manipulieren – etwa durch Spannungsspitzen, die sogenannte Fault-Injection-Angriffe ermöglichen. Dadurch können private Schlüssel ausgelesen und Angriffsvektoren geschaffen werden. Da Tangem keine Batterie hat, ist diese Angriffsfläche ausgeschlossen.Display
Beim Thema Display und „Trusted Display“ auf Hardware-Wallets ist entscheidend, wie das Display mit der Wallet verbunden ist – ob über einen einfachen Chip oder echte Sicherheitskryptografie.Jüngste Hacks bekannter Wallets begannen mit Display-Schwachstellen, etwa beim Bybit-Angriff, bei dem Nutzer Transaktionen auf kleinen Bildschirmen nicht richtig erkennen konnten.
Die Tangem Wallet nutzt stattdessen das Display deines Smartphones, auf dem alle Informationen klar und detailliert angezeigt werden. So kannst du Smart Contracts und Transaktionen vollständig einsehen.Chipsets
Das sind sichere Mikroprozessoren zur Verwaltung privater Schlüssel und Displays. Auch bekannte Wallets waren schon von kompromittierten Chipsets betroffen.
Displays benötigen zusätzliche Chipsets, was weitere Schwachstellen schaffen kann. In der Cybersicherheit gilt: Je weniger Komponenten eine Wallet hat, desto sicherer ist sie. Ein Display-Chipset kann ein weiteres Einfallstor für Firmware-Injektionen sein.
Anschlüsse (USB, Bluetooth, Kamera für QR-Codes, NFC)
Jeder Ein- und Ausgang birgt Risiken. Je mehr Schnittstellen eine Wallet hat, desto angreifbarer wird sie. Wallets, die Updates über USB erhalten, sind besonders gefährdet – etwa durch manipulierte Firmware-Updates.
Bei Tangem gibt es nur NFC als Kommunikationsweg, und das ausschließlich im Lesemodus. Nur beim Erstellen der drei Karten zur Sicherung des privaten Schlüssels ist NFC kurz beschreibbar. Danach bleibt NFC nur noch lesbar.
Tangem Wallets haben nur einen Chipset und keine Batterie, da sie über NFC funktionieren und die Energie passiv über das Magnetfeld deines Smartphones beziehen. Das Secure Element von Tangem ist mit EAL6+ zertifiziert – ein sehr hohes Sicherheitsniveau, das auch in der militärischen Cyberabwehr eingesetzt wird.
Der Tangem-Chipset
Ich habe herausgefunden, dass der Chipset in Frankreich von der ANSSI dokumentiert ist, weil es ein Zertifikat der französischen Regierung gibt, das bestätigt: Der Chipset Samsung S3D232A ist von der französischen Regierung zertifiziert.
Dieser Chipset hat die EAL6+-Zertifizierung erhalten und darf daher in sicherheitskritischen französischen Branchen eingesetzt werden. Solche Chipsets kommen auch in Reisepässen zum Einsatz – das Sicherheitsniveau ist also extrem hoch.
Die Verbindung zwischen Karte und Smartphone funktioniert nur auf eine Distanz von 4 cm, was die Angriffsfläche weiter reduziert.
Risikoanalyse bei Krypto-Wallets
So läuft eine typische Transaktion mit Standard-Wallets ab – und das sind die Risiken in den einzelnen Schritten:
Zuerst verbindest du dich mit deiner Wallet und authentifizierst dich. Das Risiko ist hier gering, vor allem bei Nutzung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Steigt die Wallet-Verbindung ins Internet ein, erhöht sich das Risiko.
Der Verbindungsweg birgt verschiedene Schwachstellen:
- Computer-Schwachstellen (hohes Risiko)
- Arten der Internetverbindung:
- Kabelverbindung (sicherer)
- Privates WLAN (mittleres Risiko)
- Mobile Daten (4G/5G)
- Öffentliches WLAN (extrem hohes Risiko)
Ich empfehle, niemals öffentliches WLAN zu nutzen. Falls es nicht anders geht, dann immer ein VPN verwenden, um die Daten zu verschlüsseln – aber das sollte wirklich die letzte Option sein.
Nach der Verbindung mit einer Börse verschiebt sich das Risiko auf die Plattform selbst, die gehackt werden kann – wie zahlreiche Vorfälle der letzten Jahre zeigen. Wird die Signatur offline durchgeführt, ist das Risiko geringer; die Blockchain-Technologie selbst gilt als sehr sicher.
Risikoanalyse mit Tangem Wallet
Schauen wir uns das Risikoprofil bei Nutzung einer Tangem Wallet an.
Mit Tangem authentifizierst du dich über dein Smartphone und verbindest dich direkt zu Börsen. Damit entfallen alle Risiken, die mit dem Computer verbunden sind, und es gibt weniger potenzielle Angriffsvektoren im Transaktionsprozess.
Die Risiken durch die Internetverbindung (WLAN, mobile Daten, öffentliches WLAN) bleiben bestehen, aber das Gesamtrisiko ist deutlich geringer, da Computer-Schwachstellen ausgeschlossen werden.
Nutze niemals öffentliches WLAN für Krypto-Transaktionen. Allein diese Entscheidung senkt dein Risiko erheblich.
Verschiedene Angriffsvektoren
Spezifische Angriffsarten lassen sich nach ihrem Kanal einteilen: Kommunikation, Wallet, PC/Smartphone, Exchange oder Netzwerk.
Phishing-Angriffe
Phishing ist eine der häufigsten Angriffsmethoden. Bei dieser Kommunikationsattacke werden Nutzer über gefälschte Links in E-Mails, Bildern, Videos oder Nachrichten auf Fake-Websites gelockt. Dort werden sensible Daten abgefragt, die dann von Angreifern gestohlen werden.
Du erhältst zum Beispiel eine E-Mail, angeblich von deiner Börse, mit der Aufforderung: „Bestätige jetzt dein Konto.“ Der Link wirkt echt, führt aber auf eine gefälschte Seite, die deine Zugangsdaten abgreift.
Brute-Force-Angriffe
Hierbei werden wiederholt Authentifizierungsversuche auf einer Wallet durchgeführt, bis der richtige PIN-Code gefunden ist. Solche Angriffe sind zwar aufwendig, können aber bei Systemen ohne Versuchsbeschränkung erfolgreich sein.
Der Angreifer probiert tausende PIN-Kombinationen auf deiner Wallet oder deinem Exchange-Konto, in der Hoffnung, irgendwann richtig zu raten.
SIM-Swapping
Dieser Angriffsvektor zielt auf Zwei-Faktor-Authentifizierungssysteme ab, die auf SIM-Karten basieren.
Der Hacker kontaktiert deinen Mobilfunkanbieter, gibt sich als dich aus und behauptet, er brauche eine neue SIM-Karte, weil deine verloren oder defekt sei. Nach Erhalt der neuen Karte kann er deine Authentifizierungsnachrichten abfangen und so deine Sicherheitsmaßnahmen umgehen.
Sobald der Angriff erfolgreich ist, werden alle Zwei-Faktor-Codes an das Handy des Angreifers gesendet – und nicht mehr an deins. So erhält er Zugriff auf deine Konten.
Gerätebasierte Angriffe
Mehrere Angriffe zielen direkt auf Computer und Smartphones ab:
Clipboard Hijacking: Beim Kopieren und Einfügen von Daten – etwa einer Krypto-Adresse – werden die Informationen abgefangen und verändert.
Keylogging: Jede Tastatureingabe wird aufgezeichnet, um Passwörter und private Informationen abzufangen.
Malicious Firmware: Besonders gefährlich für aktualisierbare Hardware-Wallets, da Angreifer gefälschte Updates mit Schadcode einschleusen können.
- Supply chain attack: Geräte werden zwischen Produktion und Auslieferung abgefangen und manipuliert, bevor sie beim Kunden ankommen.
Netzwerkbasierte Angriffe
Angriffe auf die Verbindung zwischen dir und der Börse umfassen:
- DDoS (Distributed Denial of Service): Die Exchange wird mit Traffic überlastet, bis sie abstürzt – das schafft Raum für weiterführende Angriffe.
- Session Cookie Attacks: Authentifizierungsdateien werden nach dem Login gestohlen, sodass Angreifer deine aktive Sitzung übernehmen können.
- Man-in-the-Middle: Hier schalten sich Angreifer zwischen dich und die Börse und lesen die übermittelten Daten mit. Sowohl beim Poly Network- als auch beim Coincheck-Hack wurde diese Methode genutzt.
- DNS-Spoofing: Besonders häufig in öffentlichen WLANs – Nutzer werden auf gefälschte Websites umgeleitet, um Zugangsdaten zu stehlen.
Wie du deine Krypto gegen alle Angriffe schützt
Hier einige praktische Tipps zum Schutz vor den verschiedenen Angriffstypen:
- Phishing-Schutz: Klicke niemals auf verdächtige Links und prüfe Website-URLs immer über eine Google-Suche, bevor du sie besuchst.
Brute-Force-Angriffe: Erstelle starke, lange Passwörter und speichere sie sicher in einem Passwortmanager.
Aktiviere überall, wo möglich, eine Begrenzung der Login-Versuche. Die meisten Smartphones sperren bereits nach mehreren Fehlversuchen und verlängern die Wartezeit zwischen den Versuchen.
Mit einem Passwortmanager musst du dir keine komplexen Passwörter merken und kannst für jeden Dienst ein einzigartiges, sicheres Passwort nutzen.
SIM-Swapping: Bitte deinen Mobilfunkanbieter, zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen SIM-Swapping zu aktivieren – etwa geheime Kennwörter für SIM-Karten-Wechsel. Wenn du plötzlich keinen Empfang mehr hast, kontaktiere deinen Anbieter sofort und prüfe, ob jemand eine neue SIM-Karte angefordert hat.
Clipboard-Angriffe: Kontrolliere nach dem Einfügen einer Krypto-Adresse jeden einzelnen Buchstaben, bevor du eine Transaktion signierst. Verlasse dich nicht nur auf die ersten und letzten Zeichen.
Supply chain attack: Kaufe Wallets nur bei offiziellen Herstellern. Verlasse dich nicht allein auf das Sicherheitssiegel.
Keylogging: Nutze virtuelle Tastaturen – wie sie viele Banking-Apps einsetzen – und halte deine Anti-Virus- und Anti-Malware-Software aktuell. Lösche regelmäßig Browser-Cookies, um die Sicherheit von Session-Cookies zu gewährleisten.
Exchange-Schwachstellen: Wähle Börsen, die nachweislich Sicherheits-Audits bestanden haben.
Netzwerkbasierte Angriffe: Nutze bei öffentlichem WLAN immer ein VPN. So wird deine Netzwerkkommunikation verschlüsselt und abgefangene Daten sind für Angreifer wertlos.
DNS-Spoofing: Prüfe immer die vollständige URL von Websites und achte auf subtile Buchstabenänderungen, die auf eine Fälschung hindeuten könnten.
Smart Contracts: Unterschreibe niemals Smart Contracts, die du nicht vollständig lesen und verstehen kannst. Auch bei Geräten mit kleinem Display solltest du alle Informationen vor der Signatur prüfen.
- Persönliche Risiken: Bleib online anonym. Erzähle Fremden nicht, dass du Krypto besitzt oder damit handelst. Wird ein gezielter Angriff auf dich gestartet, kann er trotz aller Vorsicht früher oder später erfolgreich sein.
Der Mensch bleibt die größte Schwachstelle in der Cybersicherheit. Überlasse deiner Krypto-Wallet so viel Sicherheit wie möglich. Nutze in Tangem ein Setup ohne Seed-Phrase.
FAQ: Cybersicherheit bei Krypto
1. Wie kann ich sicher mit DeFi-Smart-Contracts interagieren?
Wähle möglichst Smart Contracts, die seit langer Zeit aktiv und gut geprüft sind – das spricht meist für Sicherheit. Einfache Smart Contracts sind in der Regel sicherer. Über Blockchain-Plattformen kannst du Audits und Erstellungsdaten der Verträge prüfen.
2. Können Regierungen EAL6-Sicherheitsstandards knacken?
EAL6 ist eine hohe Sicherheitszertifizierung, die in Tangem-Geräten und der Verteidigungsindustrie genutzt wird. Sie gilt als sehr sicher – es gibt keine Hinweise darauf, dass Regierungen oder andere Akteure sie brechen können. Es existieren noch höhere Stufen wie EAL7–9 für Spezialanwendungen, aber EAL6 ist bereits ein sehr starker Standard.
3. Was ist der größte Fehler, den Nutzer in der Cybersicherheit machen?
Einer der häufigsten Fehler ist, eine Transaktion zu genehmigen, ohne sie wirklich zu verstehen. Ist ein Smart Contract oder eine Wallet kompromittiert, können Nutzer unwissentlich schädliche Transaktionen freigeben. Prüfe daher immer alle Transaktionsdetails genau. Außerdem gilt: Traue niemals unerwünschten Nachrichten von Fremden im Internet.
4. Wie funktionieren Social-Engineering-Angriffe und wie kann ich sie vermeiden?
Social Engineering nutzt oft Identitätsdiebstahl – Angreifer geben sich als Bank, Börse oder andere vertrauenswürdige Stellen aus. Mit KI werden diese Betrugsversuche immer glaubhafter. So schützt du dich:
- Prüfe die Identität des Absenders über einen anderen Kommunikationsweg.
- Wirst du angerufen, lege auf und rufe über die offizielle Nummer zurück.
- Wird dir ein Link geschickt, recherchiere zuerst, ob er als seriös gilt.
- Nutze Blockchain-Explorer, um Adressen auf bekannte Betrugsfälle zu prüfen.
5. Was passiert, wenn ich mein mit der Tangem Wallet gekoppeltes Handy verliere?
Der Verlust deines Handys gefährdet die Tangem Wallet nicht. Für Transaktionen werden immer sowohl das Smartphone als auch die Tangem Card (oder der Ring) benötigt. Du kannst deine Wallet einfach mit einem neuen Handy koppeln. Zusätzliche Sicherheit bieten Face ID und Passcodes. Selbst bei Verlust des Handys bleibt die Wallet geschützt, solange niemand Zugriff auf alle Sicherheitsfaktoren hat.
6. Unterstützen Tangem Wallets mehrere Empfangsadressen?
Derzeit stellt die Tangem Wallet pro Token (z. B. eine Bitcoin-Adresse pro Wallet) eine feste Empfangsadresse bereit. Die Option für mehrere Empfangsadressen ist in Entwicklung. Den aktuellen Stand findest du auf der Tangem Roadmap unter community.tangem.com/roadmap.
7. Was sind die besten Sicherheitsgewohnheiten für den Alltag?
Halte dich an diese Grundregeln für starke Sicherheit:
- Halte Geräte und Software immer aktuell.
- Lösche regelmäßig Cookies im Browser.
- Sei vorsichtig mit Browser-Erweiterungen – viele Angriffe erfolgen darüber.
- Nutze für sensible Transaktionen sichere Browser wie Mozilla Firefox.
- Installiere eine starke Antiviren-Software und verzichte auf unnötige Erweiterungen.
Mit diesen Tipps kannst du deine Sicherheit erhöhen und das Risiko von Cyberbedrohungen deutlich senken.
Fazit
Gezielte Angriffe brauchen Zeit – deine persönliche Wachsamkeit ist der letzte Schutz gegen Cyberbedrohungen. Schon einfache Maßnahmen wie Online-Anonymität und der Einsatz einer Tangem Wallet ohne Seed-Phrase erhöhen deine Sicherheit deutlich.
Danke, dass du bis zum Ende gelesen hast.
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