MiCA-Verordnung erklärt: Der vollständige Leitfaden zu den

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Rukkayah Jigam

 

Regulation (EU) 2023/1114, bekannt als MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation), ist der erste EU-weite Rechtsrahmen für Krypto-Assets. Die Verordnung wurde am 9. Juni 2023 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht, trat am 29. Juni 2023 in Kraft und gilt ab dem 30. Dezember 2024 vollständig. Die Übergangsfrist für bestehende Krypto-Dienstleister endet am 1. Juli 2026. Wenn du eine Krypto-Börse nutzt, Stablecoins hältst oder Assets in einer Self-custody wallet innerhalb der EU oder des EWR verwahrst, betrifft MiCA deine Optionen. Dieser Leitfaden erklärt, was die Verordnung abdeckt, was sie nicht abdeckt und wie du vorgehst, wenn deine Börse betroffen ist.

Was ist MiCA? (Markets in Crypto-Assets Regulation)

Vor MiCA war die Krypto-Regulierung in Europa ein Flickenteppich. Deutschlands BaFin stufte Krypto-Verwahrung und -Handel als regulierte Finanzdienstleistungen ein. Spaniens CNMV (Comisión Nacional del Mercado de Valores) überwachte Finanzwerbung und lizenzierte Börsen. Frankreich, Polen und alle anderen Mitgliedstaaten hatten eigene Regeln, Register und Lücken. Eine Lizenz in einem Land berechtigte nicht automatisch zum Geschäft in einem anderen. MiCA ersetzt dieses Flickwerk durch einen einheitlichen EU-Standard.

 

Die Verordnung verfolgt drei zentrale Ziele: consumer protection, market integrity und financial stability. Sie gilt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten und im EWR. Jedes Unternehmen, das Krypto-Assets öffentlich emittiert, eine Handelsplattform betreibt, Verwahrungsdienste anbietet oder damit verbundene Services im EU-Raum erbringt, muss die Anforderungen erfüllen.

 

Entscheidend ist: MiCA reguliert die Unternehmen und deren Dienstleistungen, nicht die zugrundeliegenden Assets selbst – anders als das Wertpapierrecht bei Aktien. Bitcoin und Ether als dezentralisierte Assets ohne identifizierbaren Emittenten liegen weitgehend außerhalb des Produktumfangs. MiCA reguliert die organisierte Bereitstellung von Services rund um diese Assets.

 

Eine Plattform ohne gültige Lizenz setzt Nutzer Risiken wie Hacking, Insolvenz oder aufsichtsrechtlichen Maßnahmen aus. Das MiCA-Lizenzregime soll dieses Risiko verringern, indem es autorisierten Unternehmen Identitätsprüfungen, Anti-Geldwäsche-Kontrollen, Kapitalanforderungen und die Trennung von Kundengeldern vorschreibt. Die Regeln gelten nun einheitlich – egal ob das Unternehmen in Berlin, Madrid oder Warschau sitzt.

MiCA-Zeitplan: Wichtige Termine

MiCA wurde schrittweise eingeführt. Die für Privatanwender wichtigsten Regeln kamen zuletzt.

DatumEreignis
9. Juni 2023MiCA im Amtsblatt der EU veröffentlicht
29. Juni 2023MiCA tritt in Kraft
30. Juni 2024Stablecoin-Regeln (Titel III und IV: ARTs und EMTs) treten in Kraft
30. Dezember 2024Das vollständige CASP-Regime gilt
1. Juli 2026EU-weite Übergangsfrist endet; alle bestehenden CASPs benötigen eine Zulassung

Die Stablecoin-Regeln kamen zuerst, da die EU großvolumige Stablecoin-Emissionen als das unmittelbarste Systemrisiko einstufte. Börsen und Verwahrer hatten bis Ende 2024 Zeit, das CASP-Regime umzusetzen, danach läuft eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2026, um die Zulassung zu erhalten. Dieses Datum ist nun entscheidend: Ab 1. Juli 2026 handelt jeder Krypto-Dienstleister ohne CASP-Status in der EU rechtswidrig.

Wen MiCA reguliert: CASPs erklärt

CASP steht für Crypto-Asset Service Provider. MiCA definiert zehn Kategorien regulierter Dienstleistungen:

  1. Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets für Kunden
  2. Betrieb einer Handelsplattform für Krypto-Assets
  3. Fiat-zu-Krypto-Tausch
  4. Krypto-zu-Krypto-Tausch
  5. Ausführung von Aufträgen für Krypto-Assets im Kundenauftrag
  6. Platzierung von Krypto-Assets
  7. Annahme und Übermittlung von Aufträgen für Krypto-Assets im Kundenauftrag
  8. Beratung zu Krypto-Assets
  9. Portfoliomanagement
  10. Überweisungen im Kundenauftrag

 

Jedes Unternehmen, das eine oder mehrere dieser Dienstleistungen für EU-Kunden erbringt, muss eine Zulassung von der national competent authority (NCA) seines Heimatlandes erhalten. In Deutschland ist das die BaFin, in Frankreich die AMF, in Spanien die CNMV. Die Kapitalanforderungen richten sich nach der Tätigkeit: 125.000 € für Tausch- oder Verwahrungsdienste, 150.000 € für den Betrieb einer Handelsplattform.

 

Nach der Zulassung durch die heimische NCA kann ein CASP passport seine Dienstleistungen in allen anderen EU-Mitgliedstaaten anbieten, ohne für jedes Land eine eigene Lizenz zu benötigen. Das ist ein großer Unterschied zum Flickenteppich vor MiCA. Ein Unternehmen mit Lizenz in Litauen kann so Kunden in Deutschland, Frankreich und Spanien unter einer einzigen Zulassung bedienen.

 

Die ESMA (European Securities and Markets Authority) führt das offizielle EU-weite Register der zugelassenen CASPs. Bevor du eine Börse oder einen Verwahrungsdienst nutzt, kannst du im Register prüfen, ob das Unternehmen zugelassen ist.

 

Beim Prüfen des Registers solltest du auf die juristische Person und die genehmigte Dienstleistung achten – nicht nur auf den Markennamen der App. Ein Konzern kann verschiedene Gesellschaften in unterschiedlichen Ländern betreiben, und die Zulassung gilt für die aufgeführten Services, nicht für jedes Produkt einer Plattform. Dokumentiere das Ergebnis, bevor du Geld einzahlst oder dort Assets liegen lässt. Das Register beantwortet die zentrale Frage: Hat das Unternehmen eine EU-Zulassung für den Service, den du nutzen willst?

MiCA und Krypto-Börsen

Im Börsensektor sind die Auswirkungen von MiCA besonders sichtbar. Zugelassene Börsen müssen Identitätsprüfungen und Anti-Geldwäsche-Kontrollen durchführen, Kundengelder getrennt halten, Gebühren transparent machen und laufende Kapitalanforderungen erfüllen.

Börsen mit Zulassung können ihre Services in der gesamten EU anbieten. Wer keine Zulassung hat, steht vor einer festen Frist.

 

Binance ist das prominenteste Beispiel für die Herausforderungen bei der Einhaltung der Vorschriften im großen Maßstab. Stand Ende Juni 2026 besitzt Binance keine MiCA CASP-Zulassung in der EU. Der Antrag, der im Januar 2026 bei der griechischen Hellenic Capital Market Commission (HCMC) eingereicht wurde, wurde sowohl von der HCMC als auch von der ESMA als MiCA-konform bewertet, aber Binance zog den Antrag im Juni 2026 offiziell zurück. Die Börse hat angekündigt, die Zulassung künftig über einen anderen EU-Mitgliedstaat – voraussichtlich Frankreich – zu beantragen. Ab dem 1. Juli 2026 hat Binance regulierte EWR-Services ausgesetzt, während das Unternehmen eine neue MiCA-Zulassung anstrebt.

BörsenfallStatus in diesem LeitfadenPraktischer Check
BinanceKeine EU MiCA CASP-Zulassung Stand Ende Juni 2026; regulierte EWR-Services ab 1. Juli 2026 ausgesetztVor einer Einzahlung oder Verwahrung aktuelle Rechtsform und Service-Status prüfen
Börse im ESMA CASP-Register gelistetZugelassen für die im Register aufgeführten ServicesJuristische Person und genehmigten Service mit deinem Konto abgleichen
Börse nicht im ESMA CASP-RegisterNicht als zugelassener CASP gelistetStatus prüfen, bevor du EU-regulierte Services nutzt oder Assets auf der Plattform hältst

Die einzelnen Börsenartikel aus dem Briefing stehen in dieser Version nicht als interne Links zur Verfügung, daher gibt diese Tabelle einen Überblick mit Fokus auf das Register. Börsen, die keinen CASP-Status erhalten oder anstreben, müssen ihr EU-Geschäft einstellen und Nutzern die Abhebung ihrer Assets ermöglichen. Wer auf einer nicht lizenzierten Plattform bleibt, riskiert, dass die Abhebung gesperrt wird, falls die EU-Aktivitäten vorzeitig eingestellt werden.

 

Für EU-Nutzer gilt praktisch: Nutze eine Börse, die im ESMA CASP-Register steht, oder ziehe deine Assets in die Self-custody wallet ab.

MiCA und Stablecoins

MiCA unterscheidet bei Stablecoins zwei Kategorien – entscheidend dafür, welche Coins du auf regulierten EU-Plattformen halten kannst.

 

Ein EMT (e-money token) ist ein Krypto-Asset, dessen Wert an eine offizielle Währung wie EUR oder USD gekoppelt ist. Ein ART (asset-referenced token) bezieht sich auf andere Werte oder Rechte, etwa Währungskörbe, Rohstoffe oder andere Assets.

 

EMT-Emittenten müssen als Kreditinstitut oder E-Geld-Institut zugelassen sein. Sie dürfen Token nur zum Nennwert gegen Einzahlung ausgeben, müssen vollständig durch risikoarme Reserven gedeckt sein, täglich Rückzahlungen zum Nennwert ermöglichen, dürfen keine Zinsen zahlen und müssen ein MiCA-konformes Whitepaper veröffentlichen, das von der zuständigen NCA genehmigt wurde. ART-Emittenten unterliegen strengeren Anforderungen an Eigenmittel, Governance und Reservetrennung gemäß MiCA Titel III.

 

USDC gilt in der EU als EMT und ist entsprechend zugelassen. Der Emittent erfüllt die MiCA-Anforderungen, daher darf USDC öffentlich angeboten und von EU-regulierten Unternehmen genutzt werden. USDT ist nicht als MiCA-EMT zugelassen. Nur MiCA-zugelassene EMTs dürfen von EU-regulierten Unternehmen breit angeboten werden. Deshalb haben Börsen mit MiCA-Zulassung USDT für EU-Nutzer entfernt oder eingeschränkt. Wer USDT auf einer europäischen Börse hält, ist direkt betroffen. Die Stablecoin-Regeln gelten seit dem 30. Juni 2024 – an der Situation hat sich seither nichts geändert.

MiCA nach Ländern

MiCA ist eine EU-weite Verordnung, aber die Zulassung erfolgt auf nationaler Ebene. Jede nationale Aufsicht (NCA) bearbeitet Anträge und erteilt Lizenzen; diese gelten dann im gesamten EU-Raum.

LandNational Competent Authority (NCA)Erteilte Lizenzen (Stand 21. Juli 2026)Wichtige Hinweise
DeutschlandBaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)Kein verifizierter Ländergesamtwert in dieser RechercheKlassifiziert Krypto-Verwahrung und -Handel als regulierte Finanzdienstleistungen; frühe MiCA-Umsetzung
FrankreichAMF (Autorité des marchés financiers)Kein verifizierter Ländergesamtwert in dieser RechercheVoraussichtlich künftiger Zulassungsweg für Binance
SpanienCNMV (Comisión Nacional del Mercado de Valores)Kein verifizierter Ländergesamtwert in dieser RechercheÜberwacht Finanzwerbung und lizenzierte Börsen; AML/KYC für registrierte Plattformen erforderlich
LuxemburgCSSF (Commission de Surveillance du Secteur Financier)Kein verifizierter Ländergesamtwert in dieser RechercheAktive CASP-Bearbeitung
LitauenBank of LithuaniaKein verifizierter Ländergesamtwert in dieser RechercheFrühe CASP-Lizenzen vergeben; Passporting von mehreren Unternehmen genutzt

Deutschland und Frankreich haben die größten Krypto-Märkte in der EU und beide NCAs sind aktiv im MiCA-Zulassungsprozess. Die Recherche für diesen Leitfaden liefert aber keinen verifizierten Ländervergleich der MiCA-Lizenzen zum 21. Juli 2026. Kein Land sollte ohne tagesaktuellen ESMA-Stand als Registerführer bezeichnet werden. Das ESMA-Register ist die maßgebliche Quelle für die aktuelle Lizenzlage.

 

Beispiel: Eine französische Nutzerin verwendet eine Plattform mit Zulassung in Litauen. Durch Passporting kann das Unternehmen seine Services in Frankreich anbieten, aber der Kontovertrag benennt dennoch eine konkrete juristische Person. Bei Problemen hilft das ESMA-Register, die zuständige NCA für diese Gesellschaft zu identifizieren. Das macht das Länderfeld praktisch: Es zeigt, wer den Service beaufsichtigt und wohin sich regulatorische Fragen richten.

 

Eine NCA-Lizenz ist der Ausgangspunkt, aber kein Garant für identische Kundenerfahrung. Gebühren, verfügbare Assets und Onboarding unterscheiden sich je nach Plattform. Passporting erlaubt autorisierten Unternehmen, andere Mitgliedstaaten zu bedienen, ersetzt aber nicht die Prüfung, welche juristische Person dein Konto hält. Die im Register genannte NCA zeigt, wer die Zulassung erteilt hat und wohin sich Fragen richten.

Was MiCA NICHT reguliert

Dieser Abschnitt ist für die meisten Krypto-Besitzer entscheidend: MiCA reguliert Dienstleister, nicht Privatpersonen, die ihre eigenen Assets halten.

 

Self-custody wallets sind ausdrücklich vom MiCA-Anwendungsbereich ausgenommen. Anbieter von Hardware- und Softwarelösungen für nicht-verwahrte Wallets gelten nicht als CASPs. Eine Wallet, bei der der Nutzer selbst die privaten Schlüssel hält und kein Intermediär Zugriff hat, ist kein regulierter Service unter MiCA. Die EU-Aufsicht bestätigt ausdrücklich die „grundsätzliche Pseudonymität bei der Nutzung von Self-custody wallets“ und verlangt keine Lizenz oder KYC von Privatpersonen.

 

Fully decentralized DeFi protocols fallen ebenfalls nicht unter die Regulierung, sofern sie ohne Intermediär betrieben werden. Services, die „vollständig dezentral und ohne Intermediär“ funktionieren, gelten nicht als CASP. Entscheidend ist: Gibt es identifizierbare Betreiber mit Kontrolle über zentrale Funktionen, kann Regulierung greifen. Wirklich dezentrale On-Chain-DEXs und private Peer-to-Peer-Transfers sind nicht von MiCA betroffen.

 

NFTs als Kategorie sind im Allgemeinen außerhalb des MiCA-Produktumfangs. MiCA gilt nicht für einzigartige, nicht-fungible Token. Interagiert jedoch ein CASP mit NFTs auf der Ein- oder Auszahlungsseite, können AML- und Travel-Rule-Pflichten für den Dienstleister gelten – nicht für den NFT-Besitzer.

 

Bitcoin and Ethereum als dezentrale Assets ohne Emittenten liegen außerhalb des MiCA-Produktumfangs – MiCA reguliert diese Coins selbst nicht. Reguliert wird nur die organisierte Bereitstellung von Services rund um diese Assets. Das Halten von BTC oder ETH in der eigenen Wallet ist keine regulierte Tätigkeit.

 

Zum 1. Juli 2026 endet die MiCA-Übergangsfrist für Börsen und Verwahrer – nicht für Privatpersonen, die ihre Assets selbst halten. Die Verordnung beschränkt nicht, was du in deiner eigenen Wallet hältst oder wie du es hältst. Sie macht aber den Unterschied zwischen Verwahrung bei einem Dienstleister und Selbstverwahrung noch wichtiger.

Self-custody: Deine MiCA-unabhängige Option

Self-custody bedeutet: Der Inhaber – nicht eine Börse oder ein Intermediär – kontrolliert die privaten Schlüssel. Transaktionen werden lokal signiert und an die Blockchain übertragen. Kein Dritter hält die Schlüssel; kein Dritter kann die Assets einfrieren, beschränken oder verlieren. Dieses Modell liegt vollständig außerhalb des MiCA-Regimes. Eine Self-custody wallet ist kein CASP, daher braucht der Anbieter keine Lizenz. Auch am 1. Juli 2026 ist für die Nutzung einer Self-custody wallet keine Registrierung oder KYC erforderlich.

 

Der Nachteil ist real: Bei Self-custody trägt der Nutzer die volle Verantwortung. Fehler oder verlorene Schlüssel sind das Hauptrisiko. Gehen alle Backups verloren und existiert keine Seed-Phrase, sind die Mittel unwiederbringlich verloren.

 

Tangem Wallet ist eine Hardware-Wallet, die genau für diesen Anwendungsfall entwickelt wurde. Sie speichert private Schlüssel offline auf einer NFC-fähigen physischen Karte, zertifiziert nach Common Criteria EAL6+ mit einem Samsung S3D350A Secure Element Chip. Die privaten Schlüssel werden bei der Aktivierung im Chip per True Random Number Generator erzeugt und verlassen die Karte nie. Die Wallet hat keinen USB-Anschluss, keinen Akku und kein Bluetooth. Die NFC-Verbindung nutzt AES-256-Verschlüsselung im 0–5 cm Bereich. Die Firmware von Tangem wurde unabhängig von Kudelski Security (2018) und Riscure (2023) auditiert – ohne bestätigte Schwachstellen.

 

Für die grundlegende Nutzung gibt Tangem an, dass keine Registrierung oder KYC erforderlich ist. Die Server sind nicht in Krypto-Transaktionen eingebunden; Transaktionen werden direkt mit Blockchain-Nodes abgewickelt. Sollte Tangem als Unternehmen den Betrieb einstellen, bleiben die privaten Schlüssel auf den Karten und die Assets zugänglich.

 

Mit einer Hardware-Wallet erfolgt das Signieren lokal: Die Wallet-App bereitet die un-signierten Transaktionsdaten vor, der Nutzer hält die Karte ans Smartphone und das Secure Element signiert die Transaktion, bevor die App sie an die Blockchain sendet. Diese Trennung ist zentral: Die App allein kann ohne Karte keine Mittel bewegen. Deshalb ist der Besitz der Karte und die sichere Aufbewahrung von Backups essenziell für das Self-custody-Modell.

 

One honest limitation: Die Firmware von Tangem ist werkseitig installiert und nicht updatefähig. Das ist eine bewusste Sicherheitsentscheidung, bedeutet aber, dass nach der Produktion keine Funktionsupdates mehr möglich sind. Gehen alle Karten eines Sets verloren und existiert keine Seed-Phrase, sind die Mittel unwiederbringlich verloren. Das sind die Kompromisse eines wirklich offline und nicht-verwahrten Setups.

Was tun, wenn deine Börse von MiCA betroffen ist?

Wenn du aktuell eine Börse nutzt und unsicher bist, wie sie von MiCA betroffen ist, ist der Entscheidungsweg kurz.

 

Step 1: Check the ESMA CASP register. Das Register listet alle zugelassenen Krypto-Dienstleister in der EU. Taucht deine Börse dort auf, ist sie lizenziert. Fehlt sie, hat sie entweder noch keine Zulassung erhalten oder den Antrag zurückgezogen.

 

Step 2: If the exchange is licensed, you can continue. Zugelassene Börsen müssen die MiCA-Vorgaben zu Verbraucherschutz, Trennung von Kundengeldern und Geldwäscheprävention erfüllen. Deine Assets werden im regulierten Rahmen gehalten.

 

Step 3: If the exchange is not licensed, act before 1 July 2026. Ab diesem Datum müssen nicht lizenzierte Börsen ihr EU-Geschäft einstellen. Regulierte Dienstleistungen ohne CASP-Status sind dann nicht mehr erlaubt. Solche Börsen müssen Nutzern die Abhebung ermöglichen – frühzeitiges Handeln ist aber sicherer als abzuwarten.

 

Step 4: Decide where to hold your assets. Eine Custodial Wallet überlässt einem Dritten die Kontrolle über den privaten Schlüssel. Eine Non-custodial Wallet gibt dir die alleinige Kontrolle. Wenn du vor dem 1. Juli 2026 abziehst, kannst du zu einer lizenzierten Börse oder in die Self-custody wechseln.

 

Der deutsche Börsenvergleich bringt es auf den Punkt: Wähle eine Plattform mit klarer BaFin/MiCA-Konformität und unkomplizierten Auszahlungen in die Self-custody wallet. Beide Optionen schließen sich nicht aus: Viele Nutzer halten einen kleinen Betrag auf einer lizenzierten Börse zum Traden und den Großteil langfristig in der Self-custody wallet. MiCA erhöht den Handlungsdruck bei der Börsenwahl – nicht aber für Privatbesitzer. Dein Recht, eigene Schlüssel zu halten, bleibt von der Regulierung unberührt.

 

MiCA ändert die Regeln für Börsen und andere Dienstleister. Deine Wallet wird aber nicht zum regulierten Service, solange du die Schlüssel selbst kontrollierst. Prüfe vor einer Einzahlung die juristische Person und die genehmigten Services im ESMA CASP-Register. Wenn du deine eigenen Schlüssel halten willst, bleibt Self-custody außerhalb des CASP-Regimes.

Häufig gestellte Fragen

  • Prüfe, welche juristische Person dein Konto verwaltet und für welche Dienstleistung sie zugelassen ist, bevor du einzahlst. Die Marke in der App kann zu einer Firmengruppe mit mehreren Gesellschaften in verschiedenen Ländern gehören. Die Zulassung gilt nur für die aufgeführten Services, nicht für jedes Produkt einer Plattform. Dokumentiere das Ergebnis, bevor du dort Guthaben hinterlegst.

  • USDT ist nicht als MiCA-EMT zugelassen, daher können EU-regulierte Börsen USDT für EU-Nutzer delisten oder einschränken. Die Stablecoin-Regeln gelten seit dem 30. Juni 2024. Prüfe die aktuellen Einschränkungen und Auszahlungsoptionen der Plattform, bevor du USDT transferierst oder dort liegen lässt.

  • Das ESMA-Register ist die maßgebliche Quelle für aktuelle CASP-Zulassungen. Die Zahl der zugelassenen Unternehmen ändert sich laufend, da NCAs Anträge bearbeiten und Firmen Zulassungen zurückziehen oder anpassen. Mitte 2026 endet die Übergangsphase – das Register zeigt dann die Unternehmen mit vollständiger Zulassung. Für den aktuellen Stand prüfe direkt das offizielle ESMA CASP-Register, da jede hier genannte Zahl schnell veraltet wäre.

  • MiCA ändert nichts an den Folgen eines Verlusts einer Self-custody wallet. Der Anbieter hält die privaten Schlüssel nicht – der Zugang hängt von deinem eigenen Backup ab. Gehen alle Backups verloren und existiert keine Seed-Phrase, sind die Mittel unwiederbringlich verloren. Wird die Wallet gestohlen, kann der Anbieter den Zugang nicht wiederherstellen – deshalb ist Backup-Planung vor dem Umzug von Assets so wichtig.

  • Ab dem 1. Juli 2026 ist das Anbieten regulierter Krypto-Services in der EU ohne CASP-Zulassung rechtswidrig. Nicht lizenzierte Börsen müssen ihr EU-Geschäft einstellen und Nutzern die Abhebung ermöglichen. Binance ist das prominenteste Beispiel: Das Unternehmen zog seinen griechischen Antrag im Juni 2026 zurück und setzte die regulierten EWR-Services ab 1. Juli 2026 aus, während eine neue Zulassung in einem anderen Mitgliedstaat angestrebt wird. Nutzer nicht lizenzierter Plattformen sollten Assets abziehen, bevor die EU-Aktivitäten eingestellt werden – nicht erst im letzten Moment.

  • MiCA gilt seit dem 30. Dezember 2024 vollständig, ist aber eine Finanzmarktregulierung – kein Steuerrecht. Sie ändert nicht die Besteuerung von Krypto-Gewinnen. Eine verwandte EU-Richtlinie, DAC8, führt Meldepflichten für Krypto-Assets ein – unabhängig davon, ob Assets auf einer Börse oder in einer Non-custodial Wallet liegen. Deine steuerlichen Pflichten nach nationalem Recht bleiben durch MiCA selbst unverändert.

  • Das CASP-Regime gilt seit dem 30. Dezember 2024. Passporting erlaubt einem CASP mit Zulassung in einem EU-Mitgliedstaat, seine lizenzierten Services in allen anderen EU-Staaten anzubieten – ohne für jedes Land eine eigene Lizenz zu benötigen. Nach der Zulassung durch die heimische NCA kann das Unternehmen im gesamten EU/EWR-Raum unter dieser Zulassung agieren. Passporting gilt für die im Register genannten Services – prüfe daher immer die juristische Person und den Service im ESMA-Register.

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Autor Rukkayah Jigam

Writer & editor covering digital assets and product updates.

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Rezension von Patrick Dike-Ndulue

Senior editor covering crypto, onchain equities, and technology.