Ist Crypto.com MiCA-lizenziert? EU-Compliance und Regulierung im Überblick

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Rukkayah Jigam
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Ja. Crypto.com besitzt eine MiCA CASP-Lizenz, die von der maltesischen MFSA am 27. Januar 2025 erteilt wurde. Die zugelassene EU-Gesellschaft ist Foris DAX MT Limited; die Zulassung ist im ESMA-Register eingetragen. Das ist die Kurzfassung. Im Folgenden erfährst du, was diese Lizenz tatsächlich abdeckt, was nicht – und was das für dich als EU-Nutzer beim Handel auf der Plattform bedeutet.

MiCA-Lizenz von Crypto.com: Was steckt dahinter?

MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation, EU 2023/1114) ist der einheitliche EU-Rahmen für Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen. Vor MiCA mussten Börsen in Europa zahlreiche nationale Vorgaben beachten. Mit MiCA ersetzt eine einzige Lizenz dieses Flickwerk und kann nach Erteilung in der gesamten EU und dem EWR genutzt werden.

 

Crypto.com betreibt sein EU-Geschäft über Foris DAX MT Limited, eine Gesellschaft mit Sitz in Malta. Die Malta Financial Services Authority (MFSA) hat Foris DAX MT Limited am 27. Januar 2025 die MiCA-Zulassung als Crypto-Asset Service Provider (CASP) erteilt. Am selben Tag wurde die vorherige VFA-Lizenz (Virtual Financial Assets) zurückgegeben, sodass nun ausschließlich das MiCA-Regime gilt.

 

Die AMF (französische Finanzaufsicht) führt Foris DAX MT Limited auf ihrer CASP-Whitelist – mit einer MiCA-Lizenz, die ab Malta ab dem 12. Februar 2025 gilt. Malta ist das Zulassungsland, die MFSA die zuständige Behörde. Es handelt sich um eine Class 2 CASP-Lizenz für ein breites Spektrum an Krypto-Services. Die Zulassung von Crypto.com umfasst 6 der 10 möglichen MiCA-Dienstleistungskategorien. Welche Kategorie fehlt und warum das relevant ist, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Welche Services bietet Crypto.com unter MiCA an?

Die MiCA-Zulassung von Foris DAX MT Limited umfasst folgende sechs offiziellen Dienstleistungskategorien:

  • Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets für Kunden
  • Tausch von Krypto-Assets gegen Geld (Krypto zu Fiat und zurück)
  • Tausch von Krypto-Assets gegen andere Krypto-Assets
  • Ausführung von Aufträgen für Krypto-Assets im Auftrag von Kunden
  • Entgegennahme und Übermittlung von Aufträgen für Krypto-Assets im Auftrag von Kunden
  • Transferdienste für Krypto-Assets im Auftrag von Kunden

 

Jede Kategorie beschreibt einen eigenen Servicebereich. Die Verwahrung betrifft Assets, die für Kunden gehalten werden; Auftragsdienste regeln, wie das Unternehmen Anweisungen erhält, weiterleitet und ausführt. Diese Details zeigen, was tatsächlich abgedeckt ist – statt nur auf einen pauschalen „reguliert“-Status zu verweisen.

 

Diese sechs Kategorien decken den Kern dessen ab, was die meisten Nutzer auf Crypto.com tun: Krypto kaufen, verkaufen, umtauschen und transferieren. Praktisch bedeutet das: Spot-Handel, Fiat-Ein- und Auszahlungen sowie Verwahrungsdienste sind MiCA-reguliert.

 

Was in dieser Liste fehlt, ist die Kategorie „operating a trading platform for crypto-assets“ als eigenständiger MiCA-Service. Unabhängige MiCA-Tracker bestätigen, dass Crypto.coms EU-Zulassung diese spezielle Klassifizierung nicht enthält – obwohl die Plattform einen Spotmarkt betreibt und die sechs genannten Services zusammen den Handel ermöglichen. Der Unterschied ist regulatorisch und technisch, aber relevant, wenn man Crypto.com mit Anbietern wie OKX oder Gate.io vergleicht.

Crypto.com im Vergleich zu anderen Malta-lizenzierten Börsen

Ein direkter Vergleich mit OKX und Gate.io entfällt hier, da die verfügbaren Quellen keine gesicherte Zuordnung der MiCA-Servicekategorien für beide Unternehmen erlauben. Eine Tabelle mit Service-Unterschieden würde eine Sicherheit suggerieren, die die Quellenlage nicht hergibt.

 

Die Faktenlage zu Crypto.com ist klar: Foris DAX MT Limited ist für sechs MiCA-Kategorien zugelassen, aber der Betrieb einer Handelsplattform ist keine eigenständige Klassifizierung. Es gibt keine belastbaren Daten zur Zulassung der Mitbewerber. Vergleiche die gelisteten Servicekategorien der jeweiligen Gesellschaft und prüfe, ob die Zulassung in dein Land „gepasst“ wurde. So erkennst du den Umfang der Lizenz, ohne zu unterstellen, dass zwei Börsen identische regulierte Dienste anbieten.

In welchen Ländern ist Crypto.com nutzbar?

Eine MiCA CASP-Lizenz eines EU-Mitgliedstaats kann im gesamten European Economic Area genutzt werden. Das bedeutet: Mit der Malta-Lizenz von Foris DAX MT Limited darf Crypto.com seine regulierten Services in allen 27 EU member states plus EWR anbieten – nach dem vorgeschriebenen Notifizierungsverfahren. Dazu zählen Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande, Polen und alle weiteren EU-Staaten. Die CASP-Whitelist der AMF bestätigt, dass Frankreich die „gepasste“ Lizenz ausdrücklich anerkennt.

 

Das Passporting ist ein zentrales Merkmal von MiCA. Vorher musste eine Börse für jedes EU-Land einzeln registriert werden. Mit MiCA reicht eine Zulassung in einem Mitgliedstaat, sofern die zuständigen nationalen Behörden informiert werden. Das Passporting gilt jedoch nur für den EU/EWR-Raum – nicht für Großbritannien, die Schweiz, Kanada, die VAE oder andere Nicht-EU-Märkte. Crypto.com ist in diesen Ländern über andere Gesellschaften und Regulierungsrahmen registriert.

Was bedeutet die MiCA-Lizenz für Nutzer?

Die Regulierung bringt konkrete Pflichten für die Börse – nicht nur ein Logo auf der Website. Nach MiCA muss Foris DAX MT Limited segregate client crypto-assets and funds vom eigenen Firmenvermögen. Das ist ein struktureller Schutz: Sollte die Börse in finanzielle Schwierigkeiten geraten, müssen Kundengelder getrennt und identifizierbar bleiben – sie dürfen nicht mit Firmengeldern vermischt werden. Es gelten zudem EU-Vorgaben zu Governance, Kapitalausstattung und IT-Sicherheit.

 

Auch für Nutzer gibt es einen offiziellen Beschwerdeweg: Als MFSA-reguliertes Unternehmen ist Crypto.com einer benannten EU-Aufsicht rechenschaftspflichtig. Kommt es bei einem MiCA-regulierten Service zu Problemen, können Nutzer sich an die MFSA wenden – nicht nur an die interne Plattform-Hotline.

 

Wichtig: Die MiCA-Lizenz ist kein Einlagenschutz. Sie schützt nicht vor Kursverlusten, Marktschwankungen oder fehlender Performance. Sie garantiert auch nicht, dass die Börse niemals gehackt wird. Die EU-Aufsicht betont ausdrücklich: Selbst mit MiCA-Lizenz können Nutzer Verluste erleiden – mit begrenzten oder gar keinen Rückgriffsmöglichkeiten im Streitfall.

 

Die Lizenz ändert auch nichts am Grundprinzip der Verwahrung: Bei Krypto auf Crypto.com liegen die privaten Schlüssel bei der Börse. Kontoinhaber haben einen Anspruch gegenüber der Plattform, aber keinen direkten Zugriff auf die zugrundeliegenden Assets. Das ist entscheidend für alle, die volle Kontrolle über ihr Vermögen wollen.

So schützt du deine Krypto jenseits der Börse

Mit MiCA ist Crypto.com ein regulierter Verwahrer – aber keine Self-custody-Lösung. Bei Verwahrung durch Dritte liegen die privaten Schlüssel nicht bei dir. Die Börse kann bei Kontowiederherstellung helfen und bietet eine einfache Oberfläche, aber es bleibt ein Gegenparteirisiko: Ein Hack, eine Insolvenz, ein behördlicher Eingriff oder technische Probleme können den Zugriff auf Guthaben gefährden – unabhängig vom Regulierungsstatus.

 

Self-custody bedeutet, dass du die privaten Schlüssel selbst kontrollierst. Transaktionen werden lokal signiert und ohne Beteiligung der Börse an die Blockchain übertragen. Die Kehrseite: Geht der private Schlüssel oder die Seed-Phrase verloren, gibt es keinen Wiederherstellungsprozess.

 

Ein hardware wallet erzeugt und speichert private Schlüssel offline, signiert Transaktionen intern und gibt den Schlüssel niemals an ein internetfähiges Gerät weiter. Diese Art der Cold Storage eignet sich für langfristige Aufbewahrung, während die Börse das Mittel der Wahl für aktiven Handel und Fiat-Tausch bleibt.

 

Die Tangem Wallet ist eine Option, wenn du Assets nach dem Handel von der Börse abziehen möchtest. Sie ist eine Self-custody Hardware-Wallet, die private Schlüssel auf einer NFC-fähigen Karte speichert – ohne USB, Batterie oder Bluetooth. Der private Schlüssel wird im Samsung S3D350A Secure-Element-Chip (Common Criteria EAL6+) generiert und verlässt die Karte nie. Tangem bietet eine offizielle Anleitung für Auszahlungen von Crypto.com auf eine Tangem Self-custody-Wallet.

 

Beispiel: Du ziehst 100 USDT von Crypto.com auf eine Tangem Wallet ab. Das Wallet kann mit zwei oder drei Karten gesichert werden – aber wenn alle Backup-Karten verloren gehen, kann Tangem die Mittel nicht wiederherstellen. Das ist der Trade-off: Deine Krypto liegt nicht mehr bei der Börse, und du bist selbst für den Zugriff verantwortlich.

 

The practical workflow is straightforward: Du handelst auf Crypto.com mit MiCA-regulierten Services und ziehst deine Krypto anschließend für die langfristige Aufbewahrung auf dein eigenes Wallet ab. Die Börse übernimmt die regulierte Abwicklung, das Hardware-Wallet die Schlüsselverwaltung.

 

Eine wichtige Einschränkung: Gehen alle Backup-Karten verloren oder werden zerstört, ist eine Wiederherstellung unmöglich. Tangem kann in diesem Fall keine Mittel retten – das ist der Preis für ein Setup ohne Seed-Phrase.

Häufig gestellte Fragen

  • Nein. Die Lizenz verpflichtet die Börse zu Regeln wie Asset-Trennung und Aufsicht, ist aber kein Einlagenschutz. Die EU-Aufsicht warnt: Nutzer können Verluste erleiden, mit begrenzten oder keinen Rückgriffsmöglichkeiten nach Streitfällen oder Ausfällen. Die MFSA bietet einen offiziellen Beschwerdeweg – aber keine automatische Rückgabe der Assets.

  • Nein. Bei Krypto auf Crypto.com kontrolliert die Börse die privaten Schlüssel. MiCA regelt Verwahrdienste und Kundenschutz, macht aber aus einem Börsenkonto keine Self-custody. Direkte Schlüsselkontrolle hast du erst, wenn du die Assets auf ein eigenes Wallet überträgst.

  • Nein. Die MiCA-Zulassung von Crypto.com umfasst nicht die Kategorie „operating a trading platform for crypto-assets“ als eigenständigen Service. Unabhängige MiCA-Tracker bestätigen diese Lücke. Praktisch funktioniert die Plattform als Spotmarkt, aber die formale MiCA-Einstufung enthält nicht die Handelsplattform-Kategorie, wie sie einige andere MFSA-lizenzierte Börsen besitzen.

  • Mit MiCA muss Crypto.com Kundengelder trennen, EU-Governance- und Kapitalvorgaben erfüllen und bleibt der MFSA rechenschaftspflichtig. Das ist ein echter struktureller Schutz. Aber MiCA garantiert keine Sicherheit vor Verlusten, Hacks oder Insolvenz. Die EU-Aufsicht macht klar: Auch lizenzierte CASPs können scheitern, Nutzer können Verluste mit begrenzten Rückgriffsmöglichkeiten erleiden. Regulierung reduziert Risiken – sie beseitigt sie nicht.

  • Die Hauptaufsicht für Crypto.coms EU-Geschäft liegt bei der Malta Financial Services Authority (MFSA), die die MiCA CASP-Lizenz an Foris DAX MT Limited erteilt hat. Durch Passporting unterliegt Crypto.com auch der Aufsicht der zuständigen Behörden in jedem EU/EWR-Land, in dem es tätig ist. Die AMF in Frankreich führt Foris DAX MT Limited beispielsweise auf ihrer CASP-Whitelist.

  • Ja. Die MiCA-Lizenz aus Malta gilt dank Passporting in allen 27 EU-Mitgliedstaaten und im gesamten EWR. Deutschland, Frankreich und Spanien sind eingeschlossen. Die AMF-Whitelist bestätigt Foris DAX MT Limited ausdrücklich für Frankreich. Nutzer in diesen Ländern greifen über dieselbe Gesellschaft auf die MiCA-regulierten Dienste von Crypto.com zu.

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Autor Rukkayah Jigam

Writer & editor covering digital assets and product updates.

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Rezension von Patrick Dike-Ndulue

Senior editor covering crypto, onchain equities, and technology.