Welche Krypto-Assets profitieren vom CLARITY Act? Januar 2026
KI-Zusammenfassung
Der CLARITY Act sollte endlich klare regulatorische Zuständigkeiten für digitale Assets in den USA schaffen und damit das jahrelange Chaos zwischen SEC und CFTC beenden. Nach massiver Kritik von Coinbase-CEO Brian Armstrong, der unter anderem Datenschutzprobleme und zu starke Einschränkungen für Stablecoins und DeFi anprangerte, wurde die geplante Abstimmung jedoch verschoben. Das Gesetz ist ein politischer Wendepunkt, dessen Ausgang entscheidend für die Zukunft der Kryptoindustrie in den USA und weltweit sein wird.
Der Digital Asset Market Structure Bill, besser bekannt als der CLARITY Act, sollte zum Wendepunkt werden. Nach Jahren regulatorischen Chaos, unklarer Zuständigkeiten und einer Regulierung durch Klagen seitens der SEC wollten Gesetzgeber endlich klare Linien ziehen: Was ist ein Wertpapier (Zuständigkeit der SEC), was ist eine Ware (Zuständigkeit der CFTC) und wie sollen Stablecoins reguliert werden?
Doch nur 48 Stunden nach Durchsicht des Entwurfs des US-Senatsausschusses für Banken meldete sich Coinbase-CEO Brian Armstrong auf X zu Wort und entzog dem Gesetz seine Unterstützung. Er bezeichnete es als „noch schlimmer als den Status quo“. Sein Statement löste eine Kettenreaktion aus, die schließlich dazu führte, dass die geplante Abstimmung im Ausschuss verschoben wurde.
Was ist der CLARITY Act?
Der Digital Asset Market Clarity Act von 2025 (auch bekannt als „Anti-CBDC Surveillance State Act“) ist ein 278-seitiges Gesetzesvorhaben, das eine zentrale Frage beantworten soll, die der US-Kryptoindustrie seit Jahren schadet: Wer reguliert was?
Seit langem liefern sich SEC und CFTC einen Kompetenzstreit. Die SEC stuft fast alle Token als Wertpapiere ein, während die CFTC viele davon als Rohstoffe betrachtet. Unternehmen werden verklagt, ohne klare Regeln. Der CLARITY Act sollte dieses Problem lösen, indem er:
- klare Zuständigkeitsgrenzen zwischen SEC und CFTC zieht
- zentrale Begriffe wie „digitales Asset“, „digitale Ware“, „Blockchain“ und „dezentrales Governance-System“ definiert
- legale Compliance-Wege für Börsen, Broker und Verwahrer schafft
- Regeln für Stablecoins festlegt
- Krypto-Unternehmen einen klaren regulatorischen Fahrplan bietet
Wie begann der Weg des CLARITY Acts?
Das Repräsentantenhaus verabschiedete H.R. 3633 im Juli 2025 mit einer starken parteiübergreifenden Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen. Danach ging der Entwurf in den Senat – und dort wurde es kompliziert.
Der Landwirtschaftsausschuss des Senats konzentrierte sich auf die Zuständigkeit der CFTC für Spotmärkte digitaler Waren, während der Bankenausschuss Definitionen und Stablecoin-Regeln behandelte. Zwei Ausschüsse, unterschiedliche Schwerpunkte, hohes Konfliktpotenzial. Für den 15. Januar 2026 war eine entscheidende Ausschusssitzung angesetzt. Doch kurz zuvor brach der Prozess zusammen.
Das Kernkonzept
Der CLARITY Act sieht ein sogenanntes „Spurensystem“ vor, bei dem die regulatorische Zuständigkeit vom Entwicklungsstadium eines digitalen Assets abhängt.
Digitale Wertpapiere (SEC): Token gelten zunächst als Wertpapiere, wenn ihr Wert maßgeblich von den unternehmerischen oder organisatorischen Leistungen eines zentralen Akteurs abhängt. In diesem Fall gelten umfangreiche Offenlegungspflichten.
Digitale Waren (CFTC): Erreicht ein Netzwerk echte Dezentralisierung, kann es von einem Wertpapier zu einer Ware „aufsteigen“. Dann übernimmt die CFTC die Aufsicht, einschließlich der Spotmärkte.
DeFi: Bestimmte Abschnitte des Gesetzes sollen Entwickler schützen, die keine Kontrolle über Nutzervermögen ausüben.
Warum ist der CLARITY Act so wichtig?
Ohne klare Regeln droht den USA, hinter Regionen wie der EU zurückzufallen, die seit Dezember 2024 mit MiCA ein umfassendes Regelwerk haben.
Derzeit gilt:
- Unternehmen wissen oft erst durch Klagen, dass sie angeblich gegen Gesetze verstoßen
- Institutionelle Investoren meiden viele Krypto-Projekte
- Firmen wandern nach Dubai, Singapur oder in die Schweiz ab
- Die USA verlieren wirtschaftlichen Einfluss und Gestaltungsmacht
Warum wurde der CLARITY Act verzögert?
Brian Armstrongs Kritik zielte auf vier Kernpunkte:
- Einschränkungen für Stablecoin-Renditen
- De-facto-Verbot tokenisierter Wertpapiere
- Machtverschiebung von der CFTC zur SEC
- Datenschutzbedenken bei DeFi-Regeln
Diese Kritik führte zur Verschiebung der Ausschussabstimmung.
Welche Kryptowährungen profitieren vom CLARITY Act?
Der Entwurf benennt keine konkreten Gewinner, schafft jedoch klare Vorteile für bestimmte Kategorien.
Reife Blockchains:
- Bitcoin (BTC)
- Ethereum (ETH)
ETF-Schnellspur:
Token mit ETF-Zulassung vor dem 1. Januar 2026 gelten automatisch als Waren:
- XRP
- Solana (SOL)
- Litecoin (LTC)
- Hedera (HBAR)
- Dogecoin (DOGE)
- Chainlink (LINK)
Stablecoins:
- USDC
- DAI
- PYUSD
USDT bleibt regulatorisch unsicher.
DeFi-Protokolle:
- Uniswap
- Aave
- Curve
- Compound
Fazit
Der CLARITY Act ist kein technisches, sondern ein politisches Projekt. Er entscheidet darüber, wer die Zukunft des amerikanischen Finanzsystems gestaltet: Banken oder Krypto-Plattformen, Überwachung oder Privatsphäre, Innovation oder Schutz bestehender Strukturen. Ob das Gesetz gerettet wird oder scheitert, wird maßgebliche Folgen für den globalen Kryptomarkt haben.