EZB warnt: Stablecoins bedrohen Banken und Euro
Die EZB warnt: Stablecoins, meist an den US-Dollar gekoppelt, bedrohen Bankeinlagen, Kreditvergabe und Geldpolitik im Euroraum. Ihr Wachstum gefährdet Euro und Finanzstabilität.
Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt vor dem rasanten Wachstum von Stablecoins – digitalen Vermögenswerten, die meist an den US-Dollar gekoppelt sind und mittlerweile einen Marktwert von über 300 Milliarden US-Dollar erreichen. Laut EZB-Berichten führt die verstärkte Nutzung von Stablecoins zu einem messbaren Rückgang der Einlagen bei Privatkundenbanken und einer geringeren Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum. Dieser sogenannte Einlagen-Substitutionseffekt zwingt Banken dazu, sich stärker auf teure und weniger stabile Refinanzierungen am Großhandelsmarkt zu stützen, was ihre Fähigkeit zur Finanzierung der Realwirtschaft schwächt. Zudem betont die EZB, dass über 95 % der Stablecoins auf den US-Dollar lauten, was die Position des Euro auf globalen Märkten und die europäische Währungssouveränität gefährdet. Die Aufsichtsbehörde warnt, dass die Dominanz nicht-eurobasierter Stablecoins die Wirksamkeit der Geldpolitik und die Stabilität des Finanzsystems beeinträchtigen könnte. Die EZB erwägt daher regulatorische Maßnahmen, um diesen Risiken zu begegnen und den Euro zu schützen.