Europa bekämpft Stablecoin-Dominanz mit digitalem Euro
Europa verschärft Stablecoin-Regeln und treibt den digitalen Euro voran, um die Dominanz von Dollar-Stablecoins und ausländischen Zahlungsnetzwerken zu verringern.
Europäische Entscheidungsträger intensivieren ihre Bemühungen, die Dominanz von Dollar-gebundenen Stablecoins und ausländischen Zahlungsnetzwerken in der europäischen Finanzinfrastruktur zu verringern. Die Abhängigkeit von internationalen Kartenorganisationen, die mehr als 60 % der Kartenzahlungen in Europa abwickeln, sowie das Fehlen nationaler Kartensysteme in den meisten Eurozonen-Ländern, bereiten zunehmend Sorge. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt sich für die Einführung eines digitalen Euro ein, um Zahlungssouveränität und strategische Autonomie zu stärken. Sie betont, dass nur eine digitale Zentralbankwährung die notwendige Stabilität und das Vertrauen bieten kann. Während einige Banken euro-denominierte Stablecoins entwickeln, hält die EZB diese privaten Initiativen für unzureichend im Vergleich zum digitalen Euro. Die EU hat bereits mit MiCA strenge Vorschriften für Stablecoin-Emittenten eingeführt und plant, die Regeln weiter zu verschärfen, insbesondere für Dollar-Stablecoins. Diese Maßnahmen sind auch geopolitisch motiviert, nachdem Visa und Mastercard 2022 ihre Dienste in Russland eingestellt haben und so die Risiken einer Abhängigkeit von ausländisch kontrollierter Zahlungsinfrastruktur deutlich wurden.