Alibaba verbietet Claude AI nach Tracking-Skandal
Alibaba verbietet Claude-AI-Tools nach Entdeckung geheimer Nutzerüberwachung. Der Schritt folgt Vorwürfen großangelegten Modelldiebstahls und wirft Fragen zu Softwaresicherheit auf.
Alibaba hat seinen Mitarbeitern die Nutzung der Claude-AI-Tools von Anthropic vollständig untersagt. Hintergrund ist die Entdeckung, dass Anthropic in seinem Produkt Claude Code versteckte Tracking-Mechanismen integriert hatte, um Nutzer zu überwachen, die verdächtigt wurden, sich aus China zu verbinden. Das Tracking sammelte steganografische Marker sowie Daten wie Zeitzonen und Proxy-Einstellungen, ohne die Nutzer darüber zu informieren. Erst nach der Aufdeckung durch einen Sicherheitsforscher wurden diese Mechanismen entfernt. Anthropic begründete das Vorgehen mit dem Versuch, groß angelegte Angriffe von mit Alibaba verbundenen Akteuren abzuwehren, die angeblich Claude-Funktionen abgreifen und eigene KI-Modelle verbessern wollten. Berichten zufolge gab es fast 25.000 verdächtige Konten und Millionen unautorisierter Interaktionen. Der Vorfall verschärft die technologischen Spannungen zwischen den USA und China und wirft Fragen zu Industriespionage, Softwaresicherheit und Nutzervertrauen auf. Alibaba stufte Claude Code als Hochrisiko-Software ein, ordnete die Deinstallation an und forderte die Nutzung des eigenen KI-Assistenten Qoder. Beide Unternehmen lehnten öffentliche Kommentare ab.