Digitaler Euro: EZB stärkt Europas finanzielle Souveränität
Die EZB beschleunigt den digitalen Euro, um Europas finanzielle Souveränität zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsanbietern zu verringern. Die Einführung ist bis 2029 geplant.
Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt unter der Führung von Piero Cipollone die Entwicklung des digitalen Euro als strategische Antwort auf wachsende geopolitische Spannungen und die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsanbietern wie Visa und Mastercard voran. Der digitale Euro soll als öffentliches Geld im digitalen Format Bargeld ergänzen, dessen Anteil an Transaktionen 2024 auf 24 % gesunken ist (2019: 40 %). Jüngste Krisen haben verdeutlicht, dass Zahlungssysteme als wirtschaftliche Druckmittel genutzt werden können. Daher betont die EZB die Notwendigkeit einer sicheren, europäischen Alternative. Die Einführung des digitalen Euro ist bis 2029 geplant. Händler, die bereits digitale Zahlungen akzeptieren, sollen zur Annahme verpflichtet werden. Das Ziel ist, die finanzielle Souveränität Europas zu stärken und Risiken wie Blockaden oder das Einfrieren von Vermögenswerten zu minimieren. Die neue Infrastruktur soll vollständig europäisch, zugänglich und widerstandsfähig gegen Cyberangriffe oder Embargos sein und als Schlüssel für die Zukunft des Zahlungsverkehrs in Europa dienen.