Ist Tangem sicher? Unabhängige Sicherheitsnachweise und Zertifizierungen

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Rukkayah Jigam
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Die kurze Antwort: Ja. Aber ein „Ja“ ohne Belege ist nur ein Werbeversprechen – und Sicherheitsversprechen verdienen mehr. In diesem Artikel zeigen wir die echten Nachweise: Was macht eine Hardware-Wallet wirklich sicher? Welche Zertifizierung hat Tangems Chip? Wer hat sie unabhängig geprüft – und mit welchem Ergebnis? Und: Wo liegen die echten Risiken, denn keine Wallet beseitigt alle Gefahren.

Was „sicher“ für eine Hardware-Wallet bedeutet

Krypto ist ein Inhaberwert: Wer den privaten Schlüssel besitzt, kontrolliert die Coins. Es gibt keine Bank, keinen Passwort-Reset, kein Betrugs-Team. Die Frage „Ist diese Wallet sicher?“ teilt sich deshalb in zwei: Erstens – kann ein Angreifer den privaten Schlüssel auslesen? Zweitens – kann der Nutzer durch eigene Fehler den Zugang verlieren?

 

Eine Hardware-Wallet löst die erste Frage, indem sie den privaten Schlüssel offline und in einem speziellen Sicherheitschip speichert – er verlässt nie das Gerät und kommt nie mit dem Internet in Kontakt. Die App sendet unsignierte Transaktionsdaten an das Gerät; dieses signiert intern; die signierte Transaktion geht zurück an die App und wird dann gesendet. Der Schlüssel bleibt immer geschützt.

 

Das ist entscheidend, weil Online-Wallets die Schlüssel auf internetfähigen Geräten speichern – sie sind damit anfällig für Hacks, Phishing, Malware und Systemfehler. Im ersten Halbjahr 2024 wurden rund 1,38 Milliarden US-Dollar durch Krypto-Diebstähle entwendet – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Eine Studie aus 2025 meldet eine Schadensquote von unter 5 % für Hardware-gesicherte Wallets, gegenüber über 15 % bei reinen Software-Wallets. Hardware-Sicherheit ist keine Theorie – die Zahlen sprechen für sich.

Eine Hardware-Wallet ist „sicher“, wenn …

Fünf Kriterien entscheiden, ob eine Hardware-Wallet das Prädikat wirklich verdient.

SicherheitskriteriumWas es verlangt
Privater Schlüssel kann nicht extrahiert werdenHardware-basierte Isolierung, nicht nur Software
Lieferkette ist nachweisbar sicherKryptografische Echtheitsprüfung vor Nutzung
Sicherheit unabhängig geprüftDrittanbieter-Audit durch anerkanntes Unternehmen, keine Selbstzertifizierung
Immun gegen Remote-AngriffeSchlüssel bleibt offline, keine Internetverbindung
Bewährte ErfolgsbilanzKeine dokumentierten Sicherheitsvorfälle im großen Stil

Tangem erfüllt alle fünf. Hier sind die Belege.

Was das bedeutet

Das Grundprinzip von Cold Storage ist einfach: Der private Schlüssel kommt nie ins Internet. Das ist keine Softwareeinstellung, sondern eine architektonische Vorgabe. Der Ablauf: Die App bereitet die Transaktion vor, du tippst die Karte, das Secure Element signiert intern, die App sendet das Ergebnis an die Blockchain. Der private Schlüssel verlässt zu keinem Zeitpunkt den Chip oder das Offline-Umfeld.

 

Beispiel: Du sendest 100 USDT von Tangem an eine andere Wallet. Die App erstellt die Transaktion, die Karte signiert intern, nur das signierte Ergebnis geht ans Smartphone zurück. Cold Storage schützt so auch strukturell vor Phishing und Malware. Selbst wenn du auf einen schädlichen Link klickst, bleiben die Coins im Cold Storage unerreichbar – der Angreifer kommt nicht an den Schlüssel. Keine Verbindung, kein Risiko.

 

Self-Custody heißt: Du hast die volle Kontrolle. Keine Börse hält die Schlüssel, kein Anbieter kann das Konto einfrieren, insolvent gehen oder durch Behörden beschlagnahmt werden. Diese Kontrolle ist das Ziel – und Cold Storage macht sie möglich.

Was ist EAL6+?

EAL6+ steht für Evaluation Assurance Level 6+, eine Zertifizierungsstufe im Common Criteria-Rahmenwerk (offiziell ISO/IEC 15408). Common Criteria ist der international anerkannte Standard für unabhängige IT-Sicherheitsprüfungen.

 

EAL6 bedeutet „semi-formal verifiziertes Design und getestet“ – gedacht für besonders schützenswerte Assets mit erhöhtem Risiko. Das „+“ zeigt, dass die Prüfung um zusätzliche Anforderungen erweitert wurde. EAL7 ist die höchste definierte Stufe, aber EAL6 und EAL6+ sind der praktische Höchstwert für komplexe Produkte. EAL7 ist nur für sehr spezialisierte Designs erreichbar. EAL6+-zertifizierte Chips werden auch in biometrischen Pässen und internationalen Zahlungskarten eingesetzt.

 

Tangems Chip: der Samsung S3D350A secure element, zertifiziert nach EAL6+ gemäß Common Criteria. Laut Tangems Produktunterlagen entspricht das demselben Sicherheitsstandard wie bei biometrischen Pässen und internationalen Zahlungskarten – entwickelt mit Samsung Semiconductor, ohne Backdoors.

 

Der private Schlüssel wird beim Aktivieren auf dem Chip erzeugt und verlässt die Karte nie. Er kann nicht ausgelesen oder dupliziert werden – selbst bei physischem Zugriff. Alle Signaturen erfolgen im Chip. Der Chip verfügt über mehrere Manipulationssensoren: Laser-, Temperatur-, Licht- und Stromsensor. Tangems Sicherheitsarchitektur sieht vor, dass physische Angriffe den Chip zerstören, bevor eine Extraktion gelingt. Die Firmware ist ab Werk installiert und nicht updatefähig – eine bewusste Entscheidung, um Angriffe durch schädliche Firmware-Updates auszuschließen.

Warum die meisten Hardware-Wallets kein EAL6+ haben

EAL6+-Zertifizierung verlangt deutlich aufwendigere Entwicklung und Prüfung als niedrigere Stufen. Die Common Criteria-Prüfung erfolgt durch akkreditierte unabhängige Labore, Aufwand und Kosten steigen mit jedem Level. Viele Hersteller bleiben bei EAL5+, das bereits als starker Schutz für Cold Storage gilt.

 

Es gibt auch einen Funktionalitätskompromiss: Das strenge EAL6+-Profil kann einschränken, wie Chips genutzt und aktualisiert werden. Viele Wallet-Hersteller setzen daher lieber auf flexiblere Architekturen als auf EAL6+. So sieht es bei den wichtigsten Wettbewerbern aus: Ledger Nano X nutzt ein ST33 Secure Element mit EAL5+-Zertifikat. Ledger Nano S Plus und Stax setzen auf EAL6+-zertifizierte Secure Elements. Tangems EAL6+-Zertifizierung für den Samsung S3D350A gilt für die gesamte Produktreihe, nicht nur für das Premium-Modell.

Was diese Audits bedeuten

Die Zertifizierung zeigt, was der Chip aushält. Audits prüfen, ob Firmware und Protokolle darauf frei von Schadcode sind.

 

  • Kudelski Security ist ein globales Cybersecurity-Unternehmen mit Fokus auf eingebettete Systeme und Kryptoprotokolle. 2018 prüfte Kudelski Tangems Karten-Firmware und fand keine Schwachstellen.

     

  • Riscure ist auf Hardware-Sicherheitstests spezialisiert, etwa Side-Channel-Analysen und Fehlerinjektionen gegen Secure Elements. 2023 prüfte Riscure die Hardware-Sicherheit der Tangem Wallet und bestätigte: keine Schwachstellen.

Das ist der Unterschied zwischen „Wir behaupten, sicher zu sein“ und „Anerkannte Dritte haben getestet und dokumentiert“.

 

Die Tangem App für iOS und Android ist zudem Open Source auf GitHub – unabhängige Community-Prüfung des Software-Layers ist möglich. Unabhängig geprüfte Firmware sichert die Software-Integrität, das Secure Element schützt vor Manipulation und Side-Channel-Angriffen. Das sind getrennte Ebenen – beide deckt Tangem ab. Außerdem läuft ein Bug-Bounty-Programm für verantwortungsvolle Schwachstellenmeldungen.

 

Die Erfolgsbilanz zeigt das: Seit 2018 wurden über 8 Millionen Geräte produziert – ohne gemeldete Hacks oder Verluste von Nutzer-Geldern.

Wie Tangem-Karten ihre Echtheit beweisen

Tangem prüft jede Karte vor der Nutzung. Jede Tangem-Karte hat ein eigenes Schlüsselpaar zur Echtheitsprüfung. Beim ersten Tap prüft die App die Echtheit von Karte und Firmware, bevor eine Wallet-Funktion startet. Der praktische Punkt: Eine Fälschung fällt auf, bevor du Geld einzahlst.

 

Das ist wichtig, weil Vertrauen in die Lieferkette Teil der Wallet-Sicherheit ist. Ein sicherer Chip nützt nur, wenn du die Echtheit der Karte prüfen kannst. Tangems Anti-Fälschungs-Flow gibt der App dafür ein Werkzeug – bevor echtes Geld geschützt wird.

Wovor Tangem NICHT schützen kann

Ehrliche Aufklärung gehört zu einer glaubwürdigen Sicherheitskommunikation.

  • Physical coercion. Wenn dich jemand zwingt, die Karte zu tappen und den Zugangscode einzugeben, erhält er Zugriff auf die Coins. Keine Hardware-Wallet schützt davor – das ist ein Nutzer-Risiko, kein Hardware-Fehler.
  • Lost cards with no backup. Tangem nutzt standardmäßig ein seedloses Backup: 2 oder 3 Karten teilen denselben privaten Schlüssel, jede Karte gibt vollen Zugriff. Gehen alle Karten verloren und wurde keine Seed-Phrase eingerichtet, ist der Zugang dauerhaft verloren. Tangem kann die Coins in diesem Fall nicht wiederherstellen. Die Architektur ist klar: Alle Karten verloren + keine Seed-Phrase = Coins für immer weg.
  • User error on addresses. Hardware-Wallets bestätigen die Zieladresse vor dem Signieren – aber sie können nicht verhindern, dass ein Nutzer eine falsche Adresse freigibt. Falsch gesendete Coins sind auf den meisten Blockchains unwiderruflich verloren.
  • Weak access codes. Der Zugangscode bei Tangem muss mindestens 6 Zeichen haben, nach 6 Fehlversuchen gibt es Verzögerungen. Aber ein einfacher Code wie „123456“ schützt kaum, falls jemand deine Karte hat. Die Architektur ist stark – der Zugangscode ist nur so sicher wie du ihn wählst.
  • No desktop or web interface. Tangem ist nur mobil nutzbar – es gibt keine Desktop- oder Web-Version. Wer lieber am Desktop arbeitet, hat hier eine echte Einschränkung.

Das sind Nutzer-Risiken. Tangems Hardware-Sicherheitsbilanz ist sauber.

Ehrliche Aufklärung ist Teil glaubwürdiger Sicherheit

Self-Custody beseitigt das Gegenparteirisiko, gibt aber die Verantwortung an dich ab. Gehen die Schlüssel verloren, gibt es keinen Anbieter, der sie wiederherstellt. Das ist der Deal: Volle Kontrolle – volle Verantwortung.

 

Tangems seedlose Architektur beseitigt die Seed-Phrase als Single Point of Failure. Typische Fehlerquellen bei Seed-Phrases: Papier-Backup verloren, digitaler Speicher kompromittiert, Ablageort vergessen. Bei Tangems Multi-Karten-Modell sind die Karten selbst das Backup – getrennt aufbewahren, jede gibt vollen Zugriff.

 

Die Standardempfehlung bleibt: Für den Alltag kleine Beträge in einer Hot Wallet, größere Bestände ins Cold Storage. Ein Hot-Wallet-Hack sollte nie die Ersparnisse betreffen. Best Practice für Cold Storage: Recovery-Prozesse vorab testen, mindestens 2 Backups an getrennten Orten, private Schlüssel und Zugangscodes niemals digital speichern.

Fazit

Tangems Sicherheit ist belegt – nicht nur behauptet. Der Samsung S3D350A secure element ist EAL6+-zertifiziert nach Common Criteria. Unabhängige Audits von Kudelski Security (2018), Riscure (2023) und Cure53 (2026) fanden keine Schwachstellen. Die Firmware ist ab Werk installiert und nicht updatebar – Angriffe per Remote-Update sind ausgeschlossen. Über 3 Millionen Geräte wurden ausgeliefert – ohne gemeldete Hacks.

 

Die echten Risiken liegen beim Nutzer: Alle Backup-Karten verloren, schwacher Zugangscode oder falsche Adresse bestätigt. Die Hardware-Sicherheit deckt das technische Modell ab – der Rest liegt bei dir. Wer Hardware-Wallets vergleicht, findet bei Tangem belegbare, nachvollziehbare und überprüfbare Nachweise.

Häufig gestellte Fragen

  • Ja. Tangem verwendet einen Samsung S3D350A secure element, zertifiziert mit EAL6+ nach Common Criteria, und wurde von Kudelski Security (2018), Riscure (2023) und Cure53 (2026) unabhängig geprüft. Es gab weltweit bei über 3 Millionen Geräten keinen erfolgreichen Hack oder Verlust von Nutzer-Geldern. Der private Schlüssel wird auf dem Chip erzeugt und verlässt die Karte nie.

  • Es sind keine erfolgreichen Hacks oder Verluste von Nutzer-Geldern bekannt. Unabhängige Sicherheitsprüfungen durch Kudelski (2018) und Riscure (2023) bestätigten die Abwesenheit von Schwachstellen. Tangem betreibt zudem ein laufendes Bug-Bounty-Programm für verantwortungsvolle Meldungen.

  • EAL6+ ist eine Zertifizierungsstufe im Common Criteria-Rahmenwerk (ISO/IEC 15408), dem internationalen Standard für unabhängige IT-Sicherheitsprüfungen. Sie bescheinigt, dass der Chip unabhängig gegen anspruchsvolle Angriffsszenarien getestet wurde – mit strenger Dokumentation und Penetrationstests. Der gleiche Standard gilt für EU-Biometrie-Pässe und Behördenkarten. Tangems Samsung S3D350A Chip trägt diese Zertifizierung.

  • Nein. Dein privater Schlüssel wird beim Aktivieren direkt auf dem Chip erzeugt und verlässt die Tangem-Karte nie. Tangem hat keinerlei Zugriff auf die privaten Schlüssel der Nutzer. Selbst wenn Tangem als Unternehmen nicht mehr existieren würde, bleiben deine Coins zugänglich: Die Schlüssel liegen auf deinen Karten, die Karten funktionieren über 25 Jahre, und der Blockchain-Zugang ist unabhängig von Tangem.

  • Deine privaten Schlüssel bleiben auf der Karte, nicht auf dem Handy. Installiere die Tangem App auf einem neuen Gerät, tippe deine Karte – und der Zugang ist wiederhergestellt. Die App ist das Interface, die Karte ist die Wallet.

  • Jede Karte im Tangem-Set gibt vollen Zugriff auf die Wallet. Die Karten sind gleichwertig, nicht hierarchisch. Solange mindestens eine Karte bleibt, sind deine Coins sicher. Das Risiko besteht nur, wenn alle Karten gleichzeitig verloren gehen – deshalb empfiehlt Tangem, Backup-Karten an getrennten Orten aufzubewahren.

  • Nein. Es ist keine Konto-Registrierung nötig, kein KYC für die Wallet-Nutzung, Tangem erhebt keine persönlichen Daten und Transaktionen gehen direkt auf die Blockchain – nicht über Tangems Server. IP-Adressen werden nicht mit Wallet-Adressen verknüpft.

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Autor Rukkayah Jigam

Writer & editor covering digital assets and product updates.

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Rezension von Patrick Dike-Ndulue

Senior editor covering crypto, onchain equities, and technology.