Ist Tangem sicher? Unabhängige Sicherheitsnachweise & Zertifizierungen
- Was „sicher“ für eine Hardware-Wallet bedeutet
- Wann eine Hardware-Wallet wirklich „sicher“ ist
- Was das konkret bedeutet
- Was ist EAL6+?
- Warum die meisten Hardware-Wallets kein EAL6+ haben
- Was diese Audits bedeuten
- Wie Tangem Karten ihre Echtheit beweisen
- Wovor Tangem NICHT schützt
- Offene Kommunikation ist Teil einer glaubwürdigen Sicherheitsstrategie
- Fazit
Die kurze Antwort: Ja. Aber ein einfaches „Ja“ ist nur ein Werbeversprechen – und Sicherheitsversprechen brauchen Beweise. In diesem Artikel zeigen wir die Fakten: Was macht eine Hardware-Wallet wirklich sicher? Welche Zertifizierung hat Tangem's Chip? Welche unabhängigen Firmen haben geprüft – und was wurde gefunden? Und: Wo bestehen trotz allem noch echte Risiken? Denn keine Wallet eliminiert jede Gefahr.
Was „sicher“ für eine Hardware-Wallet bedeutet
Krypto ist ein Inhaberwert. Wer den privaten Schlüssel besitzt, kontrolliert das Guthaben – Punkt. Es gibt keine Bank, keinen Passwort-Reset, keine Betrugsabteilung. Die Frage „Ist diese Wallet sicher?“ teilt sich deshalb in zwei: Erstens – kann ein Angreifer den privaten Schlüssel auslesen? Zweitens – kann der Nutzer durch eigene Fehler den Zugang verlieren?
Eine Hardware-Wallet löst das erste Problem, indem der private Schlüssel offline und in einem eigenen Sicherheitschip bleibt – er berührt nie ein internetfähiges Gerät. Die App sendet unsignierte Transaktionsdaten an das Gerät, das Gerät signiert intern, die signierte Transaktion geht zurück an die App und wird ins Netzwerk gesendet. Der Schlüssel verlässt nie den Chip.
Das ist entscheidend: Online-Wallets speichern Schlüssel auf Geräten mit Internetzugang – und machen sie dadurch angreifbar für Hacking, Phishing, Malware und Systemausfälle. Im ersten Halbjahr 2024 wurden rund 1,38 Milliarden US-Dollar durch Krypto-Diebstähle entwendet – fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Eine Studie aus 2025 meldete Vorfallquoten unter 5 % bei Hardware-gesicherten Wallets, aber über 15 % bei reinen Software-Wallets. Hardware-Sicherheit ist kein Theoriethema – die Zahlen sprechen für sich.
Wann eine Hardware-Wallet wirklich „sicher“ ist
Fünf Kriterien entscheiden, ob eine Hardware-Wallet das Prädikat verdient.
| Sicherheitskriterium | Was es erfordert |
|---|---|
| Privater Schlüssel kann nicht extrahiert werden | Hardware-basierte Isolierung, nicht nur Software |
| Integrität der Lieferkette geprüft | Kryptografischer Nachweis vor Inbetriebnahme |
| Sicherheit unabhängig geprüft | Drittanbieter-Audit durch eine renommierte Firma, keine Selbstzertifizierung |
| Immun gegen Remote-Angriffe | Schlüssel bleibt offline, nie im Internet |
| Bewährte Erfolgsbilanz | Keine dokumentierten Sicherheitsvorfälle im großen Maßstab |
Tangem erfüllt alle fünf. Hier sind die Nachweise.
Was das konkret bedeutet
Das Grundprinzip von Cold Storage ist einfach: Der private Schlüssel berührt nie das Internet. Das ist keine Software-Einstellung, sondern ein Architekturprinzip. Der Ablauf: Die App bereitet die unsignierte Transaktion vor, du hältst die Karte an, das Secure Element signiert intern, die App sendet das signierte Ergebnis an die Blockchain. Zu keinem Zeitpunkt verlässt der private Schlüssel den Chip oder gelangt in eine Online-Umgebung.
Beispiel: Du sendest 100 USDT von Tangem an eine andere Wallet. Die App erstellt die Transaktion, die Karte signiert intern, nur das signierte Ergebnis geht ans Handy zurück. Cold Storage schützt auch strukturell vor Phishing und Malware. Selbst wenn du auf einen schädlichen Link klickst, bleiben die Guthaben in Cold Storage unerreichbar – der Angreifer kommt nicht an den Schlüssel. Keine Verbindung, kein Risiko.
Self-Custody gibt dir volle Kontrolle. Keine Börse hält die Schlüssel. Keine Plattform kann das Konto einfrieren, insolvent gehen oder beschlagnahmt werden. Diese Kontrolle ist der Kern – und Cold Storage macht sie möglich.
Was ist EAL6+?
EAL6+ steht für Evaluation Assurance Level 6+, einen Zertifizierungsgrad im Common Criteria Rahmenwerk (offiziell ISO/IEC 15408). Common Criteria ist der international anerkannte Standard für unabhängige IT-Sicherheitsbewertungen.
EAL6 bedeutet „semi-formal verifiziertes Design und getestet“ – gedacht für besonders hohe Sicherheitsziele und Schutz von Vermögenswerten gegen erhebliche Risiken. Das „+“ zeigt, dass die Prüfung um zusätzliche Anforderungen erweitert wurde. EAL7 ist die höchste Stufe, aber EAL6 und EAL6+ bilden die praxisnahe Obergrenze für komplexe Produkte. EAL7 ist meist nur für sehr spezialisierte Designs erreichbar. Chips mit EAL6+ Zertifizierung werden z. B. in biometrischen Pässen und internationalen Zahlungskarten eingesetzt.
Tangem's Chip: der Samsung S3D350A secure element, zertifiziert nach EAL6+ der Common Criteria. Die Produktdokumentation von Tangem beschreibt dies als denselben Sicherheitsstandard wie bei biometrischen Pässen und internationalen Zahlungskarten, entwickelt mit Samsung Semiconductor – ohne Hintertüren.
Der private Schlüssel wird bei der Aktivierung direkt im Chip erzeugt und verlässt die Karte unter keinen Umständen. Schlüssel können nicht extrahiert oder dupliziert werden – auch nicht bei physischem Zugriff. Alle kryptografischen Signaturen erfolgen im Chip. Zusätzlich gibt es mehrere Manipulationssensoren: Laser, Temperatursensor, Lichtsensor, Stromsensor. Laut Tangem's Sicherheitsarchitektur lösen physische Angriffe einen Chip-Selbstschutz aus, bevor eine Extraktion gelingt. Die Firmware ist ab Werk installiert und nicht updatefähig – ein bewusstes Design, das Remote-Angriffe über schädliche Updates ausschließt.
Warum die meisten Hardware-Wallets kein EAL6+ haben
EAL6+ verlangt deutlich aufwendigere Entwicklung und Prüfung als niedrigere Stufen. Die Common Criteria Bewertung erfolgt durch akkreditierte, unabhängige Labore; Aufwand und Kosten steigen mit jeder Stufe stark an. Viele Hersteller stoppen bei EAL5+, was bereits als sehr sicher für Cold Storage gilt.
Es gibt auch einen Funktionskompromiss: Das strenge EAL6+ Profil limitiert, wie ein Chip genutzt und aktualisiert werden kann. Viele Wallet-Hersteller setzen daher auf flexiblere Architekturen statt auf EAL6+. Die wichtigsten Wettbewerber: Ledger Nano X nutzt ein ST33 Secure Element mit EAL5+ Zertifizierung. Ledgers Nano S Plus und Stax Modelle verwenden EAL6+ zertifizierte Secure Elements. Bei Tangem gilt die EAL6+ Zertifizierung für den Samsung S3D350A über die gesamte Produktlinie – nicht nur für die Premium-Variante.
Was diese Audits bedeuten
Die Zertifizierung zeigt, was der Chip aushält. Audits prüfen, ob Firmware und Protokolle darauf frei von Schadcode sind.
Kudelski Security ist ein globales Cybersecurity-Unternehmen für eingebettete Systeme und kryptografische Protokolle. 2018 prüfte Kudelski Tangems Karten-Firmware und fand keine Schwachstellen.
- Riscure ist auf Hardware-Sicherheitstests spezialisiert, z. B. Side-Channel- und Fehlerinjektions-Angriffe auf Secure Elements. 2023 bewertete Riscure die Hardware-Sicherheit der Tangem Wallet und bestätigte die Abwesenheit von Schwachstellen.
Das ist der Unterschied zwischen „wir behaupten, sicher zu sein“ und „anerkannte Dritte haben geprüft und dokumentiert“.
Die Tangem App für iOS und Android ist zudem Open Source auf GitHub – die Community kann den Software-Layer unabhängig prüfen. Unabhängig geprüfte Firmware sorgt für Software-Integrität; das Secure Element schützt vor Manipulation und Seitenkanalangriffen. Das sind getrennte Ebenen – und Tangem deckt beide ab. Außerdem betreibt Tangem ein dauerhaftes Bug-Bounty-Programm für verantwortungsvolle Meldungen.
Die Bilanz zeigt das: Seit 2018 wurden über 8 Millionen Geräte produziert – ohne gemeldete Hacks oder Nutzerverluste.
Wie Tangem Karten ihre Echtheit beweisen
Tangem prüft jede Karte vor dem ersten Einsatz. Jede Karte besitzt ein eigenes Schlüsselpaar zur Echtheitsprüfung. Beim ersten Antippen prüft die App die Echtheit von Karte und Firmware, bevor eine Wallet-Funktion startet. Der praktische Effekt: Eine Fälschung fällt auf, bevor du Guthaben einzahlst.
Das ist wichtig, weil Lieferketten-Vertrauen Teil der Wallet-Sicherheit ist. Ein sicherer Chip nützt nur, wenn du die Echtheit der Karte prüfen kannst. Tangems Anti-Fake-Flow gibt der App diese Möglichkeit – bevor echtes Geld geschützt wird.
Wovor Tangem NICHT schützt
Offene Kommunikation ist Teil einer glaubwürdigen Sicherheitsstrategie.
- Physical coercion. Wenn dich jemand zwingt, die Karte zu scannen und den Zugangscode einzugeben, erhält er Zugriff auf deine Guthaben. Keine Hardware-Wallet schützt davor – das ist ein Nutzer-Risiko, kein Technikproblem.
- Lost cards with no backup. Tangem setzt standardmäßig auf ein Backup ohne Seed-Phrase: 2 oder 3 Karten teilen sich denselben privaten Schlüssel, jede Karte gibt vollen Zugriff. Gehen alle Karten verloren und es wurde keine Seed-Phrase eingerichtet, ist der Zugang dauerhaft verloren. Tangem kann in diesem Fall keine Wiederherstellung anbieten. Die Architektur ist klar: Wer alle Karten ohne Seed-Phrase verliert, verliert das Guthaben endgültig.
- User error on addresses. Hardware-Wallets bestätigen die Zieladresse vor dem Signieren – aber sie können nicht verhindern, dass du versehentlich eine falsche Adresse genehmigst. Eine falsche Überweisung ist auf den meisten Blockchains unwiderruflich.
- Weak access codes. Der Zugangscode bei Tangem muss mindestens 6 Zeichen lang sein; nach 6 Fehlversuchen gibt es Verzögerungen. Ein einfacher Code wie „123456“ bietet aber kaum Schutz, falls jemand deine Karte bekommt. Die Architektur ist stark – der Zugangscode ist nur so sicher wie du ihn wählst.
- No desktop or web interface. Tangem ist rein mobil. Es gibt keine Desktop- oder Web-Version. Wer Desktop-Workflows bevorzugt, muss das als Nachteil sehen.
Das sind alles Nutzer-Risiken. Die Hardware-Sicherheitsbilanz von Tangem ist einwandfrei.
Offene Kommunikation ist Teil einer glaubwürdigen Sicherheitsstrategie
Self-Custody beseitigt Kontrahentenrisiko – aber die Verantwortung liegt ganz bei dir. Es gibt keine Anbieter-Wiederherstellung, wenn Schlüssel verloren gehen. Das ist der Deal: Volle Kontrolle gegen volle Verantwortung.
Tangems Seedless-Architektur beseitigt die Seed-Phrase als Single Point of Failure. Häufige Fehlerquellen bei Seed-Phrases: Papier-Backup verloren oder beschädigt, digitale Speicherung kompromittiert, Aufbewahrungsort vergessen. Bei Tangems Multi-Karten-Modell sind die Karten selbst das Backup – getrennt aufbewahrt, jede gibt vollen Zugriff.
Die Standardregel bleibt: Für den Alltag ein kleines Guthaben in einer Hot Wallet lassen, den Großteil in Cold Storage. Ein Hot-Wallet-Hack sollte nicht die langfristigen Rücklagen betreffen. Best Practice für Cold Storage: Wiederherstellung testen, mindestens 2 Backups an getrennten Orten aufbewahren, private Schlüssel und Zugangscodes niemals digital speichern.
Fazit
Tangems Sicherheit ist belegt, nicht nur behauptet. Der Samsung S3D350A secure element ist EAL6+ zertifiziert nach Common Criteria. Unabhängige Audits durch Kudelski Security (2018), Riscure (2023) und Cure53 (2026) fanden keine Schwachstellen. Die Firmware ist ab Werk installiert und nicht updatefähig – Remote-Angriffe per Firmware-Update sind ausgeschlossen. Über 3 Millionen Geräte wurden ausgeliefert, ohne dass erfolgreiche Hacks gemeldet wurden.
Die echten Risiken liegen beim Nutzer: Alle Backup-Karten verlieren, einen schwachen Zugangscode wählen oder eine falsche Adresse bestätigen. Die Hardware-Sicherheit deckt das technische Modell ab – der Rest liegt bei dir. Wer Hardware-Wallets vergleicht, findet bei Tangem überprüfbare, nachvollziehbare Nachweise.
Häufig gestellte Fragen
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Ja. Tangem verwendet einen Samsung S3D350A secure element, zertifiziert mit EAL6+ nach Common Criteria, und wurde von Kudelski Security (2018), Riscure (2023) und Cure53 (2026) unabhängig geprüft. Es gab keine erfolgreichen Hacks oder Verluste von Nutzer-Guthaben bei über 3 Millionen weltweit ausgelieferten Geräten. Der private Schlüssel wird direkt im Chip erzeugt und verlässt die Karte nie.
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Es wurden keine erfolgreichen Hacks oder Nutzerverluste gemeldet. Unabhängige Sicherheitsprüfungen durch Kudelski (2018) und Riscure (2023) bestätigten die Abwesenheit von Schwachstellen. Tangem betreibt zudem ein dauerhaftes Bug-Bounty-Programm für verantwortungsvolle Meldungen.
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EAL6+ ist eine Zertifizierungsstufe im Common Criteria Rahmenwerk (ISO/IEC 15408), dem internationalen Standard für unabhängige IT-Sicherheitsbewertungen. Sie bescheinigt, dass der Chip unabhängig gegen anspruchsvolle Angriffsszenarien getestet wurde – inklusive strenger Dokumentations- und Penetrationstest-Anforderungen. Der gleiche Standard gilt für EU-Biometrie-Pässe und staatliche Smartcards. Tangems Samsung S3D350A Chip ist entsprechend zertifiziert.
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Nein. Dein privater Schlüssel wird bei der Aktivierung direkt im Chip erzeugt und verlässt die Tangem Karte nie. Tangem hat keinen Zugriff auf die privaten Schlüssel der Nutzer. Selbst wenn Tangem als Unternehmen nicht mehr existiert, bleiben deine Guthaben zugänglich: Die Schlüssel bleiben auf deinen Karten, diese funktionieren über 25 Jahre, und der Blockchain-Zugang ist unabhängig von Tangem.
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Deine privaten Schlüssel bleiben auf der Karte, nicht auf dem Handy. Lade die Tangem App auf ein neues Gerät, halte deine Karte an, und der Zugang ist sofort wiederhergestellt. Die App ist das Interface, die Karte ist die Wallet.
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Jede Karte im Tangem-Set gibt dir vollen Zugriff auf die Wallet. Die Karten sind gleichwertig, nicht hierarchisch. Solange mindestens eine Karte erhalten bleibt, sind deine Guthaben sicher. Das Risiko ist, alle Karten gleichzeitig zu verlieren – deshalb empfiehlt Tangem, Backup-Karten an getrennten Orten aufzubewahren.
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Nein. Es ist keine Registrierung nötig, kein KYC für die Wallet-Nutzung erforderlich, Tangem sammelt keine persönlichen Daten und Transaktionen gehen direkt auf die Blockchain – ohne Umweg über Tangem-Server. IP-Adressen werden nicht mit Wallet-Adressen verknüpft.